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Toom rettet Max-Bahr-Baumarkt in Leipzig - Mitarbeiter werden übernommen

Toom rettet Max-Bahr-Baumarkt in Leipzig - Mitarbeiter werden übernommen

Die Mitarbeiter von Max Bahr in Leipzig und Dresden-Gompitz können aufatmen: Konkurrent Toom übernimmt die beiden Baumärkte - und will alle Mitarbeiter weiterbeschäftigen.

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Aus Max Bahr wird Toom: Baumarkt in der Torgauer Straße in Leipzig.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig/Dresden. Rund 100 Jobs werden dadurch gerettet. Nach der Praktiker-Pleite standen beide Standorte vor dem Aus. Jetzt sollen sie umgebaut werden und im Frühjahr als Toom wieder eröffnen. Bereits geschlossen sind dagegen die beiden Praktiker-Märkte in Leipzig. Verkauft wird hier nur noch das Inventar.

Die neuen Fahnen sind schon gehisst: Direkt an der Torgauer Straße in Leipzig, wo vor Kurzem noch das Gelb von Max Bahr im Wind flatterte, hängt jetzt das Weiß von Toom. Auch sonst sind alle Hinweise auf die insolvente Baumarktkette getilgt. Wo noch vor wenigen Wochen ein Schild in großen Lettern den totalen Räumungsverkauf verkündete, wirbt jetzt der neue Hausherr für die baldige Wiedereröffnung. Statt "Wir schließen! Alles muss raus!" heißt es jetzt: "Neuer Toom. Neue Möglichkeiten."

Drinnen wird bis spät in die Nacht fleißig gewerkelt. Alles, was noch an Max Bahr erinnerte, ist verschwunden, Paletten mit Toom-Aufschrift warten auf den Aufbau. Noch sieht es chaotisch aus in dem riesigen Raum: Kartons türmen sich, Mitten drin Stapel mit originalverpackten Gartenstühlen. "Der Markt wird in den kommenden Wochen auf das Toom-Konzept umgebaut und dann im Frühjahr wiedereröffnet", erklärt Daria Ezazi, Sprecherin der zur Rewe-Gruppe gehörenden Baumarktkette. Auf einen genauen Termin wollte sie sich noch nicht festlegen. Die Mitarbeiter, die zuletzt den eigenen Ausverkauf organisieren durften, können aber aufatmen: Sie werden von Toom übernommen.

Das Gleiche gilt für den zweiten Max-Bahr-Markt in Sachsen, den sich Toom gesichert hat: Die Filiale in Dresden-Gompitz an der Gompitzer Höge 5. Von Max Bahr wurde der Markt gerade erst geschlossen. Jetzt soll auch hier umgebaut werden - und der Laden irgendwann im Frühjahr als Toom wiedereröffnen, sagt Ezazi. Die Mitarbeiter werden wie in Leipzig übernommen. Im Schnitt hatte die Praktiker-Tochter in jedem Markt in Sachsen 50 Mitarbeiter. Rund 100 Jobs dürften damit gerettet sein.

Die beiden Märkte gehören zu den ersten, die aus der Insolvenzmasse der Praktiker-Tochter an Toom gehen. Bereits im Dezember war das beim Bundeskartellamt beantragt worden. Schon nach einem Tag kam von der Bonner Behörde grünes Licht. Für die beiden neuen Toom-Standorte ist es bereits der zweite Umbau innerhalb kurzer Zeit: Bis Ende 2012 liefen beide unter der Marke Praktiker und waren noch kurz vor der Insolvenz der Baumarktkette auf die erfolgreichere Tochter umgestellt worden. Geholfen hat dieser letzte Rettungsversuch nichts: Im Juli musste Praktiker Insolvenz anmelden, zwei Wochen später dann auch Max Bahr.

Zumindest zwei der zuletzt sieben Max-Bahr-Märkte in Sachsen haben dank Toom jetzt wieder eine Zukunft. Mit den beiden neuen Standorten will die Rewe-Tochter das Filialnetz erweitern. Bei den bestehenden Läden ändere sich dadurch nichts, versicherte Ezazi. In Sachsen gibt es bereits 23 Toom-Baumärkte, davon je zwei in Dresden und Leipzig.

Düster sieht es dagegen am zweiten Dresdner Max-Bahr-Standort im Ortsteil Seidnitz aus. Der Ausverkauf läuft, den zuletzt 34 Mitarbeitern wurde bereits gekündigt. Ein neuer Betreiber ist nicht in Sicht. Der Standort ist einer der wenigen echten Max-Bahr-Märkte in Sachsen und gehörte schon zu der Kette, bevor sie 2007 bei Praktiker landete. Zwar konnte der Eigentümer der Immobilie, die ebenfalls insolvente Firma Moor Park, bereits 22 ihrer bundesweit 73 Max-Bahr-Filialen an Bauhaus verkaufen, darunter die in Gera und Cottbus. Dresden war aber nicht dabei.

Auch andere Ketten haben schon zugeschlagen: Globus sicherte sich acht Standorte, darunter Magdeburg und Dessau, Hagebau 16, darunter Brandenburg an der Havel. Obi ist an sieben Filialen interessiert, darunter Finowfurt und Rangsdorf in Brandenburg. Auch Toom hat weitere fünf Max-Bahr-Märkte im Visier, darunter Nordhausen.

Weniger Hoffnung gibt es für die Filialen von Praktiker: 15 gab es zuletzt noch in Sachsen, zwei davon in Leipzig. Während in dem einen die Lichter bereits ganz ausgegangen sind, verkündet am zweiten Standort in Grünau ein per Hand geschriebenes Schild: "Der Verkauf geht weiter." Zwar sind die Waren schon alle weg - jetzt wird das Inventar zu Geld gemacht. Im Angebot: Regalteile, Einkaufswagen, Europaletten: Und auch die großen Automaten zum Anmischen von Wandfarbe sind zu haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.01.2014

Frank Johannsen

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