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Trotz E10-Debakels: Bioethanolhersteller Verbio verdoppelt seine Gasproduktion

Trotz E10-Debakels: Bioethanolhersteller Verbio verdoppelt seine Gasproduktion

Der Biokraftstoffhersteller Verbio will seine Gasproduktion ausbauen und nach Osteuropa expandieren. „Wir werden die Produktion von Biogas im Jahr 2012 auf 360 Gigawattstunden verdoppeln“, kündigte Konzernchef Claus Sauter an.

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Verbio AG: Der Bioethanolhersteller will seine Gasproduktion ausbauen und nach Osteuropa expandieren.

Quelle: dpa

Leipzig/Zörbig. Das Unternehmen wolle seinen Marktanteil an der Biogas-Mobilität erweitern und dafür 50 bis 60 Millionen Euro investieren. Verbio produziert in Zörbig und Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) sowie in Schwedt (Brandenburg).

„Die Nachfrage von Stadtwerken, die ihre Fahrzeugflotte bereits heute mit Gas betreiben beziehungsweise an einer Umstellung der Flotte interessiert sind, nimmt stetig zu“, sagte Sauter der Nachrichtenagentur dpa. Erdgastankstellen ließen sich zudem problemlos auf Biogas umstellen. Erst vor kurzem hatte der Gasimporteur VNG die ersten seiner Gastankstellen auf Bio umgerüstet. Außerdem sei geplant, mit dem Geschäft nach Osteuropa zu expandieren. Gebaut werden sollen großvolumige Biogasanlagen auf Basis von Reststoffen wie zum Beispiel Stroh.

Die börsennotierte Vereinigte BioEnergie AG produziert mit 789 Mitarbeitern Bioethanol, Biogas und Biodiesel. Der Konzern ist laut Sauter der einzige großindustrielle Hersteller in Deutschland. Bei der Bioethanolherstellung wird Getreide verwendet, dessen Qualität für die Nahrungsmittelindustrie ungeeignet ist. Biogas entsteht in den bestehenden Anlagen aus organischen Reststoffen, die bei der Bioethanolproduktion anfallen. Ab 2012 wird auch Stroh für die Gasproduktion eingesetzt. Für Biodiesel werden Raps und Fettsäuren verwendet. Dem Dieselkraftstoff seien aktuell sieben Prozent Biodiesel beigemischt, sagte Sauter.

In diesem Segment sei in den kommenden Jahren mit weniger großen Wachstumsraten zu rechnen als bei dem aus Reststoffen hergestellten Biogas sowie bei Bioethanol. Vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Verwendung von Nahrungsmitteln für die Energieherstellung sagte Sauter, „es darf keine negativen Folgen geben, wenn wir Biokraftstoffe herstellen“. Deshalb verfolge Verbio konsequent das Konzept, in hocheffizienten Anlagen organische Reststoffe zu verarbeiten.

Sauter sieht sein Unternehmen trotz des E10-Debakels nach dem Start „für die Zukunft sehr gut aufgestellt“. Neben dem Biogas werde sich auch Bioethanol im Jahr 2012 gut entwickeln. Bioethanol wird dem Otto-Kraftstoff zu zehn Prozent beigemischt und ergibt den bei vielen Autofahrern ungeliebten E10-Sprit. „Der Markt hat sich stabilisiert“, sagte Sauter. Die Autofahrer ließen sich mit einem Aufschlag von drei Cent pro Liter auf den Super-Sprit ihre E10-Verweigerung sehr viel kosten und die Mineralölwirtschaft verdiene gut daran. Mit der Ausdehnung des E10-Angebots auf Nord- und Westdeutschland werde der Marktanteil steigen.

Die breite Ablehnung von E10 an den deutschen Tankstellen hatte dem Bioethanol-Lieferanten Verbio die ersten zwei Quartale 2011 vermasselt. Im dritten Quartal verbuchte Verbio dann aber einen Produktionsrekord. Die Kapazität der Bioethanolanlagen war zu rund 90 Prozent ausgelastet. Obwohl das Unternehmen übers Jahr unterm Strich in die roten Zahlen gerutscht war, erwartet Sauter für 2011 ein positives Ergebnis. „Wir werden die schwarze Null hinkriegen“, sagte er. Der Umsatz werde zwischen 650 und 750 Millionen Euro liegen. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) geht der Vorstandsvorsitzende von einer Bandbreite zwischen 6 und 9 Millionen Euro aus.

dpa

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