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Tschechen übernehmen Unister: Verkauf der Reisesparte abgeschlossen

Weitere Mitarbeiter übernommen Tschechen übernehmen Unister: Verkauf der Reisesparte abgeschlossen

Die Reisesparte der insolventen Unister-Gruppe hat einen neuen Eigentümer. Die Rockaway Capital aus Prag übernimmt bekannte Portale wie fluege.de und 540 Mitarbeiter.

Die Reisesparte von Unister ist verkauft.

Quelle: dpa-Zentralbild

Leipzig. Der Verkauf der Unister-Reisesparte ist abgeschlossen. Am vergangenen Wochenende ging der größte Geschäftsbereich des insolventen Unternehmens auf den neuen Eigentümer Rockaway Capital SE aus Prag über. Das teilte Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther am Dienstag mit. Demnach bleiben der Standort Leipzig und 540 Arbeitsplätze erhalten. Damit ist der Verkauf bei Unister nahezu beendet. Lediglich 30 Mitarbeiter sind noch von der Insolvenz betroffen hieß es. Weitere 30 Unister-Angestellte seien derzeit für den Insolvenzverwalter tätig.

„Rockaway ist der ideale Partner für das Unister Travel-Geschäft“, erklärte Flöther. Das Unternehmen verfüge über die nötige Erfahrung, die nötigen Mittel und vor allem über ein vielversprechendes Geschäftsmodell mit langfristiger Perspektive. „Besonders freut mich zudem, dass rund 20 Mitarbeiter zusätzlich übernommen werden“, so der Insolvenzverwalter weiter. Ursprünglich war die Übernahme von rund 520 Beschäftigten geplant.

Flöther und Rockaway hatten bereits im Dezember einen Kaufvertrag unterschrieben. Es folgte der umfangreiche Prozess der Geschäftsübergabe. Die Geschäftsbetriebe der Portale ab-in-den-urlaub.de, fluege.de, reisen.de, billigfluege.de, reisegeier.de, hotelreservierung.de und TravelViva inklúsive aller Markenrechte und der IT-Infrastruktur werden nun von der zu Rockaway gehörenden Invia-Gruppe geführt. Hinter Rockaway steht die China Energy Company Limited (CEFC) als Finanzpartner.

„Wir wollen mit den deutschen Portalen wachsen und wieder Marktführer im Online-Reisevertrieb in Deutschland werden“, kündigte Invia-Vorstandsvorsitzender Jaroslaw Czernek in einem Interview mit der Fachzeitschrift „FVW“ an. Auch wenn Unister nach dem tödlichen Absturz der beiden Gesellschafter Thomas Wagner und Oliver Schilling in eine Führungskrise mit anschließender Insolvenz gerieten, seien die Reiseportale stark geblieben.

Flöther hatte den Geschäftsbetrieb fortgeführt und eine umfassende Restrukturierung der Gruppe eingeleitet. „Wir sehen am organischen Traffic, dass die Marken stark geblieben sind, zumal Unister ja der Name der Holding, aber keine Endkundemarke war“, merkte auch Czernek gegenüber der „FVW“ an.

Inzwischen ist die Unister-Reisesparte auch die TV-Werbung zurückgekehrt. Allerdings laufen die Sports nicht mehr bei der RTL-Group sondern bei Sendern wie Pro Sieben, Sat 1 und Kabel 1. Bekannte Testimonials wie Michael Ballack oder Reiner Calmund wirken nicht mehr mit.

Von Matthias Roth

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