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Überteuerte Mieten für Leipziger Karstadt-Warenhaus? - Insolvenzverwalter klagt

Überteuerte Mieten für Leipziger Karstadt-Warenhaus? - Insolvenzverwalter klagt

Um das Leipziger Karstadt-Warenhaus und vier weitere Immobilien des Konzerns entbrennt ein Rechtsstreit. Weil die Häuser 2002 unter Marktwert an den Oppenheim-Esch-Fonds verkauft und zu überhöhten Preisen zurückgemietet worden sein sollen, zieht Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg vor Gericht.

Essen/Leipzig. Er verlangt vom ehemaligen Chef der Karstadt-Mutter Arcandor Thomas Middelhoff und weiteren Managern rund 175 Millionen Euro Schadenersatz.  Eine entsprechende Klage sei beim Essener Landgericht eingereicht worden, bestätigte ein Gerichtssprecher am Mittwoch.

Dem selbst an dem Fonds beteiligten Middelhoff wirft der Insolvenzverwalter unter anderem vor, mögliche Schadenersatzansprüche aus dem für das Unternehmen nachteiligen Geschäft nicht geltend gemacht zu haben. Hintergrund der Klage seien mögliche Verjährungsfristen, die man einhalten wolle, sagte Görg-Sprecher Thomas Schulz. Deshalb habe man das Ergebnis der strafrechtlichen Ermittlungen gegen Middelhoff und weitere Beteiligte auch nicht abwarten können.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen bereits im Juli 2009 eingeleitet. Anklage sei bislang aber noch nicht erhoben worden, sagte der Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft Bernd Bienioßek am Mittwoch. Ein Ende des äußerst umfangreichen Verfahrens sei auch noch nicht absehbar.

11,2 Millionen Euro Miete pro Jahr

Anlass der Ermittlungen ist im Wesentlichen der Verkauf und die angeblich überteuerte Rückvermietung von fünf Warenhausimmobilien in Leipzig, Potsdam, München, Karlsruhe und Wiesbaden an den Oppenheim-Esch-Fonds. 11,2 Millionen Euro hatte Karstadt Leipzig nach Informationen der Leipziger Volkszeitung bis 2009 pro Jahr dafür überwiesen, ein Sechstel des Jahresumsatzes. Üblich ist nach Experteneinschätzung nur ein Zwölftel. Wegen der hohen Mietkosten schreibt das Leipziger Haus seit Jahren rote Zahlen. Schon vor der Insolvenz hatte Karstadt den Standort daher auf den Prüfstand gestellt.

Die Warenhauskette hatte Leipzig zusammen mit den vier anderen Immobilien 2002 an Oppenheim-Esch verkauft und dann zurückgemietet. Ziel war es damals, die Sanierungskosten durch Anleger tragen zu lassen. Fast 200 Millionen Euro ließ sich der Fonds den aufwendigen Umbau kosten, bevor das Haus 2006 wiedereröffnete. Im Gegenzug wurde für zehn Jahre ein millionenschwerer Zuschlag zur Miete vereinbart. Für den Kauf selbst sollen dagegen nur 10,4 Millionen Euro geflossen sein.

Bei dem laufenden Verfahren hatten die Bochumer Staatsanwälte vor drei Monaten auch in der Essener Zentrale der zusammengebrochenen Karstadt-Mutter Arcandor ermittelt. Ein Teil der für die Schadenersatzklage notwendigen Akten werde derzeit auch noch für die strafrechtlichen Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft gebraucht, sagte Schulz.

An dem Fonds hatten sich auch Middelhoff und seine Frau beteiligt. Eingefädelt worden war das Geschäft jedoch von dem damaligen Konzernchef Wolfgang Urban. Middelhoff hat den Vorwurf der Untreue wiederholt zurückgewiesen.

dpa/joh

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