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Unister: Insolvenzverwalter Flöther richtet Appell an Belegschaft

Versammlung im Neuen Rathaus Unister: Insolvenzverwalter Flöther richtet Appell an Belegschaft

Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther will den Internetriesen Unister als Gesamtkonzern erhalten. Dafür sei es wichtig, dass die Mitarbeiter an Bord blieben, sagte er am Dienstag bei einer Belegschaftsversammlung. An alle Portalen seien Investoren interessiert.

Unister soll erhalten bleiben.

Quelle: dpa

Leipzig. Das Interesse an Unister als Gesamtkonzern und für einzelne Gesellschaften der Holding reißt nicht ab. „Es gibt kein Portal ohne Anfrage“, sagte Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther am Dienstag während einer Mitarbeiterversammlung im Neuen Rathaus. Zu der Veranstaltung waren nur Angestellte des Unternehmens zugelassen, am Eingang wurden die Mitarbeiterausweise kontrolliert. An die Mitarbeiter appellierte Flöther im Unternehmen zu bleiben. Sie seien eine wichtige Stütze von Unister, betonte der Insolvenzverwalter Teilnehmern zufolge.

Flöther möchte den in weiten Teilen insolventen Internetriesen mit seinen rund 50 Tochtergesellschaften nach wie vor als Gesamtpaket verkaufen. Bis dahin führt der von ihm eingesetzte Sanierungsexperte Ludger Zdarta die Geschäfte. Zudem werde  jetzt ein virtueller Datenraum vorbereitet. Dort erhielten künftig Interessenten alle wichtigen Informationen für einen möglichen Einstieg bei Unister. Ende August sollen dann konkrete Angebote von potentiellen Investoren folgen.

Bei einer Veräußerung habe der Gläubigerausschuss ein wichtiges Wort mitzureden. Ein Mitglied sei die Agentur für Arbeit, die sich besonders für den Erhalt von Jobs in Leipzig einsetze. Flöther zufolge ständen namhafte und börsennotierte Branchenriesen in den Startlöchern. Namen nannte er Teilnehmern zufolge nicht. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass ProSiebenSat.1 ein Engagement in Leipzig prüft.

Die Agentur für Arbeit zahlt noch bis Ende September Insolvenzgeld an die rund 900 Mitarbeiter der betroffenen Gesellschaften. Danach müsse sich Unister wieder selbst tragen. Von Versammlungsteilnehmern wurde die Stimmung im historischen Festsaal trotz der wirtschaftlichen Schieflage als entspannt beschrieben. „Die Kollegen setzen darauf, dass es bei Unister weitergeht“, hieß es.

Matthias Roth

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