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Unternehmer-Nachwuchs in Sachsen dringend gesucht

Probleme für Betriebe Unternehmer-Nachwuchs in Sachsen dringend gesucht

In den kommenden Jahren stehen im Freistaat tausende Unternehmensübergaben an. Die Suche nach geeigneten Nachfolgern stellt viele Betriebe vor Probleme, vor allem aus dem Mittelstand. Drei Branchen sind besonders stark betroffen.

Sachsens Unternehmer haben Probleme, ihren Betrieb an einen Nachfolger zu übergeben, auch die Gastronomie ist betroffen (Archivbild).

Quelle: dpa

Dresden/Chemnitz. Sachsens Unternehmer haben Probleme, ihren Betrieb an einen Nachfolger zu übergeben. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums müssen im Freistaat jedes Jahr mehr als 1000 Firmen allein altersbedingt eine Regelung für die Übergabe organisieren. Bis 2018 stehen etwa 5300 Unternehmensübergaben an. Eine besondere Herausforderung sei das Thema für den Mittelstand - vor allem für Kleinunternehmer aus den Branchen Handel, Dienstleistungen, Gastronomie und dem Handwerk. Häufig spielten dabei finanzielle, emotionale, steuerliche aber auch rechtliche Probleme eine Rolle, hieß es.

Im Handwerk sei das Thema ein Dauerbrenner, erklärte der Sprecher des Sächsischen Handwerkstages, Frank Wetzel. Wegen des demografischen Wandels schrumpfe die Altersgruppe der 25- bis 45-Jährigen zusehends - und damit die der potenziellen Gründer. Auf der anderen Seite steige die Zahl der Unternehmer, die ihre Firma alters- oder krankheitsbedingt übergeben müssen. Spätestens ab 2020 würden die Unternehmen verstärkt mit dem Problem konfrontiert, so Wetzel.

Den Angaben zufolge sind dreiviertel der rund 58 000 Handwerksbetriebe in Sachsen inhabergeführte Einzelunternehmen. Die Chefs von gut einem Viertel dieser Firmen sind älter als 55 Jahre. Der Handwerkstag rechnet daher, dass im Handwerk bis 2025 zwischen 8000 und 9000 Betriebe einen Nachfolger suchen müssen. Das betreffe vor allem Elektrotechniker, Maurer, Metallbauer und Friseure.

Nachfolger fehlen vor allem bei Einzelhandel und Gastronomie

Auch Handels- und Industriebetriebe suchen nach Firmen-Nachwuchs: Die IHK Dresden geht davon aus, dass im Kammerbezirk in den nächsten Jahren 5000 Unternehmen übergeben werden müssen. Rund 100 Unternehmen sind derzeit für die Nachfolgersuche bei der IHK Dresden registriert. „Besonders schwer ist es, einen Nachfolger in den Branchen Einzelhandel und Gastronomie sowie Hotellerie zu finden“, sagte eine IHK-Sprecherin. Hingegen gebe es zahlreiche Interessenten, die sich für ein produzierendes Unternehmen interessieren.

Zu den „Aktionstagen Unternehmensnachfolge“ vom 23. bis zum 27. Mai können sich Unternehmen zu rechtlichen, finanziellen und steuerlichen Problemen beraten lassen. Unter anderem stehen Fachvorträge, Diskussionen sowie Seminare in ganz Sachsen auf dem Programm. Unter anderem beteiligen sich das Wirtschaftsministerium, die Handwerkskammern sowie die IHKs an den Aktionstagen.

LVZ

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