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VNG fährt wieder Gewinne ein

VNG fährt wieder Gewinne ein

Der Leipziger Erdgasimporteur Verbundnetz Gas AG mit seinen knapp 1400 Mitarbeitern ist wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Vorstandschef Karsten Heuchert (58) teilte gestern bei der Bilanzvorlage in Leipzig mit, an die Anteilseigner - darunter mit 7,02 Prozent über ihre Holding LVV auch die Stadt Leipzig - eine Dividende von 30 Millionen Euro auszuschütten.

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Der VNG-Vorstand (von links: Uwe Barthel, Klaus-Dieter Barbknecht, Karsten Heuchert, Michael Ludwig) setzt in seiner Zukunftsstrategie auch auf Bio-Erdgas, wie das Kuh-Modell im Foyer der Konzernzentrale verdeutlicht.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Heuchert: "Wir sind wieder auf Kurs."

Die Ausgangslage: 2011 hatte der drittgrößte deutsche Erdgasimporteur im Konzern einen Verlust von 211 Millionen Euro eingefahren. Hauptgrund: Weltweit gab es neue Erdgasvorkommen. Das drückte den Preis. VNG saß dagegen auf langfristigen und teuren Lieferverträgen vor allem mit russischen und norwegischen Partnern.

So wurde die Trendwende erreicht: VNG hat mit den Lieferanten verhandelt - und in vielen Fällen günstigere Preise herausgeholt. Heuchert sprach von Anpassungen der langfristigen Bezugsverträge "an die aktuelle Marktsituation". Das sei ein "ganz wichtiger Schritt" gewesen. Dazu gehörte auch die "konsequente Optimierung unseres Beteiligungsportfolios". VNG hat Beteiligungen an der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda GmbH, der SET Swiss Energy Trading AG sowie der polnischen ZEC Sp. veräußert. Der Absatz 2012: Die VNG-Gruppe setzte 324 Milliarden Kilowattstunden Erdgas ab. Das ist eine Steigerung um 13,3 Prozent. Im Wesentlichen resultierte das Absatzplus aus den, so Heuchert, "deutlich gestiegenen Verkäufen über die Spot- und Terminmärkte".

Das Ergebnis: Das führte zu einem Umsatzanstieg im Konzern um 21 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. Dabei wurde ein Überschuss in Höhe von 103 Millionen Euro erwirtschaftet. 2011 hatte es noch einen Verlust in Höhe von 211 Millionen Euro gegeben.

Die Strategie für die Zukunft: Heuchert will neue Absatzpotenziale im klassischen Kundengeschäft erschließen. "Das bleibt unsere Top-Herausforderung." Die Dienstleistungen rund um den Liefervertrag sollen weiter ausgebaut werden. Davon würden Stadtwerke, Regionalversorger und Industriekunden profitieren. Mit der Eröffnung eines Vertriebsbüros in Kassel "können wir unsere Kunden in Nordhessen und Niedersachsen noch besser und umfassender betreuen". VNG sei nun flächendeckend in Deutschland präsent. Durch eine intensive Produktentwicklung" betreibe VNG die weitere Vermarktung von Bioerdgas. "Einsatzmöglichkeiten ergeben sich sowohl zur Verstromung als auch im Wärme- und Kraftstoffmarkt", sagte der Konzernchef. Zudem verstärkt das Unternehmen die Explorationsanstrengungen. Mittel- bis langfristig solle ein "bedeutender Anteil" der jährlichen Erdgasbeschaffung aus eigenen Quellen erbracht werden. "Das stärkt unsere Unabhängigkeit", betonte Heuchert.

Die Aussichten für 2013: Der Konzernlenker strebt ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres an. "Voraussetzung ist, dass auch die noch laufenden Preisverhandlungen mit Vorlieferanten zu einem positiven Abschluss kommen", schränkte Heuchert ein.

Die Risiken: Sie ergeben sich aus den Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten und witterungsbedingten Absatzschwankungen. Zudem ist der Wettbewerb auf den europäischen Absatzmärkten hart. Und: Die Aktionärsstruktur bleibt offen. EWE aus Oldenburg will den 47,9-Prozent-Anteil verkaufen. Auch die Stadt Dresden will ihre Beteiligung (6,47 Prozent) zu Geld machen. Dann könnten die kommunalen Anteilseigner ihre Sperrminorität verlieren. Sie sichert den Sitz der VNG in Leipzig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.03.2013

Ulrich Milde

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