Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Verspätungen und Ausfälle: Darwin Airline bessert nach Pannenstart in Schkeuditz nach

Verspätungen und Ausfälle: Darwin Airline bessert nach Pannenstart in Schkeuditz nach

Die Schweizer Airline Darwin fasst in Leipzig nur langsam Tritt: Auf den neuen Strecken nach Paris und Amsterdam häuften sich in den ersten Wochen Ausfälle und Verspätungen.

Voriger Artikel
Was Leipzig der Design-Branche zu bieten hat - Desginers Open
Nächster Artikel
Fernbusunternehmen verlängert Verbindung nach Berlin zum Flughafen Tegel

Eine Darwin-Maschine fährt nach der Landung über die Autobahnbrücke am Flughafen Leipzig/Halle.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Schkeuditz. Grund waren fast immer Kleinigkeiten - für die aber immer erst ein Techniker aus der Schweiz eingeflogen werden musste, hieß es bei der Airline. Das soll jetzt besser werden. Seit vergangener Woche ist ein Techniker vor Ort. Und im nächsten Jahr soll es auch ein Ersatzflugzeug geben, das notfalls einspringen kann. Denn mit dem Zuspruch zu den neuen Strecken zeigen sich die Schweizer hoch zufrieden.

Auf den Flug hatte sich Rainer Müller (Name geändert) lange gefreut: Ein Kurztrip nach Amsterdam wollte er schon immer mal machen. Als Darwin Anfang September die Strecke erstmals ins Programm nahm, buchte er gleich einen Platz in einer der ersten Maschinen. Doch, so berichtete er enttäuscht: Als er am 4. September bereits mit acht weiteren Passagieren an Bord der Saab 2000 saß, in der noch mehr als 40 Plätze frei waren, kam plötzlich die Durchsage: "Alle aussteigen." Es gebe ein technisches Problem. Nach zwei Stunden Warten am Flughafen, so erinnert sich Müller, sei der Flug dann ganz gestrichen worden. Amsterdam erreichte er trotzdem noch - neun Stunden später in der Abend-Maschine, auf die ihn Darwin umgebucht hatte.

Das war leider kein Einzelfall. "In den ersten Wochen hatten wir in Leipzig mehr Unregelmäßigkeiten als sonst", bestätigte Darwin-Vertriebsvorstand Christian Schneider der LVZ. "Das lag vor allem daran, dass wir in den ersten sechs Wochen keinen Techniker vor Ort hatten." Kleine Probleme wie eine klemmende Tür hätten so zu großen Verzögerungen geführt, die sich dann bis zum Abend durchzogen. "Das waren meist Kleinigkeiten, die man innerhalb von 15 bis 20 Minuten beheben könnte. Doch der Techniker musste erst aus Genf oder Lugano einfliegen." Das sei nun aber vorbei: "Wir haben jetzt zwei Techniker hier, von denen immer einer vor Ort ist."

Seither hat sich die Lage in der Tat deutlich gebessert: Im September waren nach LVZ-Recherchen noch 22 der 200 geplanten Flüge ausgefallen. 17 weitere waren mehr als eine Stunde verspätet - in einem Fall um mehr als sieben Stunden. In den ersten drei Oktober-Wochen fielen dagegen nur noch zwei der 132 Flüge aus. Und auch dieser Ausfall wäre mit dem nun vorhandenen Techniker nicht passiert, versicherte Schneider.

Insgesamt zeigte sich der aus dem Rheinland stammende Manager mit den neuen Strecken ab Leipzig hoch zufrieden. Gerade die Paris-Flüge würden richtig gut angenommen. "Im ersten Monat kamen wir schon auf über 40 Prozent Auslastung. Das ist mehr als gut für den Anfang." Inzwischen seien im Schnitt 22 bis 23 Passagiere in jeder Maschine, die jeweils Platz für 50 Fluggäste hat. "Mit der Strecke sind wir wirklich sehr zufrieden. Ich denke, wir brauchen noch ein, zwei Monate, dann sind wir da im schwarzen Bereich." Etwas schwächer laufe die zweite Strecke nach Amsterdam. Aber auch hier seien es inzwischen im Schnitt 15 Passagiere pro Flug - was immerhin 30 Prozent Auslastung bedeute. Kräftig Schub für beide Strecken verspricht sich Schneider von der geplanten Code-Sharing-Vereinbarung mit Air France und KLM. Dann könnten Darwin-Flüge als Zubringer nach Paris und Amsterdam gleich mit Flugnummern des Partners mitgebucht werden. Die Verhandlungen mit beiden Airlines dauerten aber leider länger als zunächst gehofft.

Einen Dämpfer gab es für Darwin dann aber diese Woche: Am Montag sorgte der Streik des Sicherheitspersonals am Flughafen Leipzig/Halle bis zum Abend für Verspätungen. "Wir haben früh um 6 Uhr 90 Minten gewartet, bis alle Passagiere durch die Kontrolle waren", sagte Schneider. Diese Verspätung habe man dann bis zum Abend nicht voll aufholen können. Und am Dienstag fielen dann nach der Früh-Maschine alle Flüge aus: "Wir hatten ein Leck in der Hydraulik", erklärte Schneider. Das habe sich nur durch den Austausch eines defekten Teiles beheben lassen. Und das Ersatzteil habe erst eingeflogen werden müssen. Da habe auch der Techniker in Schkeuditz nichts machen können. Weil Darwin nur diese eine Maschine in Leipzig stationiert hat und zweimal täglich nach Paris und Amsterdam pendeln lässt, fielen am Dienstag dann sechs der acht geplanten Flüge aus. Gestern konnte die Maschine dann wieder abheben.

"Das war aber erst das zweite Mal, dass wir ein Ersatzteil einfliegen mussten", versicherte Schneider. Auch für diese Fälle verspricht er Besserung: Im kommenden Frühjahr bekomme Darwin neue Flugzeuge und stocke die eigene Flotte dann von 10 auf 13 Maschinen auf, alle vom Typ Saab 2000 mit 50 Sitzen. Und eine der neuen Maschinen sei flexibel als Springer vorgesehen und könne einspringen, wenn irgendwo ein Flugzeug ausfalle.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.10.2013
Frank Johannsen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr