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WBG Leipzig-West Boss Pierre Klusmeyer bleibt Haft erspart

WBG Leipzig-West Boss Pierre Klusmeyer bleibt Haft erspart

"Es wurde von mir in Kauf genommen, dass es zum Kollaps kommt." Pierre Klusmeyer (57) hat gestern am Landgericht im Prozess um den Millionenskandal bei der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG (WBG) reinen Tisch gemacht.

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Pierre Klusmeyer

Quelle: André Kempner

Der Ex-Vorstand legte ein umfassendes Geständnis ab. Demnach sei er verpflichtet gewesen, einen Insolvenzantrag zu stellen, als ihm klar war, dass fällige Rückzahlungen aus ausgegebenen Inhaber-Teilschuldverschreibungen "nicht mehr zu stemmen waren".

Er habe dies aber zunächst unterlassen, weil er davon ausgegangen sei, dass WBG-Mehrheitsaktionär Jürgen Schlögel (50) fähig und willig ist, die Finanzierungslücken auszugleichen. Doch trotz der Pleite flossen nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft weitere Millionen an den Nürnberger Schlögel, der zu 74 Prozent an der WBG beteiligt war.

Die Konsequenz: Als am 1. Septem- ber 2006 das Insolvenzverfahren für die WBG eröffnet wurde, meldeten mehr als 38 000 Gläubiger Forderungen in Höhe von 339 Millionen Euro an, darunter 28 000 Anleger von Teilschuldverschreibungen.

Klusmeyer muss sich vor Gericht wegen Untreue sowie Betrugs im besonders schweren Fall verantworten. Gegenstand der Anklageschrift sind aber nur die Betrugsdelikte aus dem Jahr 2006 - immerhin 4858 Fälle mit einem Schaden von mehr als 26,6 Millionen Euro.

Der gestrigen Aussage des Angeklagten war eine sogenannte Verständigung mit dem Gericht vorausgegangen: Die 11. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Karsten Nickel hatte dem Ex-WBG-Vorstand im Falle eines glaubhaften Geständnisses konkrete Straflimits zugesichert: eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und acht Monaten bis zu zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung. Zudem eine Geldstrafe zwischen 270 und 330 Tagessätzen.

Nickel zählte eine ganze Reihe von Punkten auf, die aus Sicht des Gerichts strafmildernd sind. So sei davon auszugehen, dass nicht Klusmeyer sondern Schlögel - er muss nicht vor Gericht, da er laut eines neurologischen Gutachtens verhandlungsunfähig ist - das Unternehmen beherrscht und alle Entscheidungen getroffen habe. Zudem habe Klusmeyer keine Vermögensvorteile erzielt, vielmehr hätten seine Frau und seine Mutter durch die WBG-Pleite selbst Geld verloren. Außerdem hielt die Strafkammer dem Angeklagten zugute, dass er mit dem Insolvenzverwalter außergewöhnlich gut zusammengearbeitet habe. Dem gegenüber stehe allerdings "ein erheblicher Vermögensschaden bei einer Vielzahl von Anlegern", so der Richter. Gleichwohl wird dem früheren WBG-Boss eine Haftstrafe erspart bleiben, da das Gericht das gestrige Geständnis als "glaubhaft im Sinne der Verständigung" wertete. Ein Urteil wird für Anfang März erwartet.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.02.2014

Frank Döring

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