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Weiterer Unister-Manager aus U-Haft entlassen - Staatsanwalt kritisiert Gericht

Weiterer Unister-Manager aus U-Haft entlassen - Staatsanwalt kritisiert Gericht

Nach knapp zwei Wochen in Untersuchungshaft ist auch der dritte Manager der Leipziger Internetfirma Unister wieder auf freiem Fuß. Bei einem Haftprüfungstermin am Donnerstagmittag wurde der Haftbefehl vom Dresdner Amtsgericht außer Vollzug gesetzt.

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Der Firmensitz von Unister in Leipzig: Am Donnerstag wurde auch der dritte Manager des Online-Unternehmens aus der Untersuchungshaft entlassen.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig/Dresden. Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, nannte die Entscheidung gegenüber LVZ-Online „schwer nachvollziehbar“.

„Das Gericht ist der Meinung, dass der Verdunklungsgefahr auch ohne Untersuchungshaft in ausreichendem Maße begegnet werden kann. Das sehen wir grundsätzlich anders“, erklärte Klein. Der Tatverdächtige bekomme nun die Möglichkeit, „eventuell belastende Dokumente“ zu löschen, begründete der Oberstaatsanwalt. „Unister ist ein weit verzweigtes Online-Unternehmen. Keiner weiß besser als die Tatverdächtigen selbst, wo noch Unterlagen versteckt sein könnten.“

Travel24-Finanzchef verbrachte Weihnachten in Einzelzelle

Nach Informationen von LVZ-Online handelt es sich bei dem freigelassenen Beschuldigten um Thomas Gudel, den Finanzvorstand des Leipziger Reiseportals Travel24, einer Tochterfirma von Unister. Er hatte die Weihnachtsfeiertage in einer Einzelzelle der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dresden verbringen müssen.

Auf die Zahlung einer Kaution habe das Amtsgericht verzichtet, berichtete Klein. Bei Gudel bestehe anders als bei Unister-Geschäftsführer Thomas Wagner sowie seinem Finanzchef Daniel Kirchhof keine Fluchtgefahr. Beide waren vor Weihnachten bereits aus dem Gefängnis entlassen worden. Wagner musste zuvor eine Kaution im hohen sechsstelligen Bereich hinterlegen.

Sieben von acht Managern schweigen bisher

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Unister-Chef Thomas Wagner war bereits vor Weihnachten aus der U-Haft entlassen worden. Er musste zuvor eine Kaution im hohen sechsstelligen Bereich hinterlegen.

Quelle: dpa

Wie der Oberstaatsanwalt weiter erklärte, habe nur einer der insgesamt acht Beschuldigten aus der Führungsspitze des Unternehmens inzwischen eine Aussage gemacht. Ob es sich dabei um einen der drei Inhaftierten handelte, wollte er nicht sagen. Die anderen Beschuldigten schweigen bislang.

Bei Unister, mit Hauptsitz in Leipzig, hatten am 11. Dezember 130 Einsätzkräfte des Landeskriminalamtes 20 Büros in vier Städten durchsucht. Das Internetunternehmen betreibt Portale wie ab-in-den-urlaub.de oder fluege.de. Bei der Razzia waren auch diverse Unterlagen und Computer beschlagnahmt worden. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen des illegalen Verkaufs von Storno-Reiseversicherungen sowie Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.

Oberstaatsanwalt weist CDU-Kritik an Justiz zurück

 

Mit Unverständnis reagierte der Oberstaatsanwalt auf die Kritik des CDU-Landtagsabgeordneten Ronald Pohle, der kurz vor Weihnachten vergeblich versucht hatte, Gudel in der JVA Dresden zu besuchen. An Sonn- und Feiertagen gebe es zwar einen Bereitschaftsdienst der Generalstaatsanwaltschaft, Besuche bei U-Häftlingen seien aber so kurzfristig nicht zu organisieren, erklärte Klein.

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Der CDU-Abgeordnete Ronald Pohle kündigte an, sein Amt als Anstaltsbeirat der JVA Leipzig niederzulegen, nachdem er vergeblich versucht hatte, einen der Inhaftierten im Gefängnis zu besuchen.

Quelle: André Kempner

Er verwies darauf, dass der Travel24-Finanzchef bereits am 14. Dezember festgenommen wurde. „Da wird der Abgeordnete so kurz vor Weihnachten Pech gehabt haben, sorry“, so Klein. Pohle kündigte an, sein Amt als Anstaltsbeirat der JVA Leipzig niederzulegen, um auf die „Missstände in Sachsen“ beim „Umgang mit Untersuchungsgefangenen“ aufmerksam zu machen.

Ermittler setzen „Puzzle“ zusammen

Die Generalstaatsanwaltschaft will die Auswertung der beschlagnahmten Daten nun so schnell wie möglich zum Abschluss bringen. Parallel werden Vernehmungen mit Zeugen durchgeführt. „Anschließend müssen wir entscheiden, ob wir die Vorwürfe bestätigen können, um Anklage zu erheben“, so Klein. Dies werde voraussichtlich jedoch mehrere Monate lang dauern. „Wir müssen nun erst einmal wie in einem Puzzle alles zu einem Gesamtbild zusammenfügen.“

Robert Nößler

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