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Weniger Stickoxide – Freiberger Forscher wollen den Diesel retten

Einsatz in Baumaschinen Weniger Stickoxide – Freiberger Forscher wollen den Diesel retten

Experten der Bergakademie entwickeln neues Verfahren für mehr Sauberkeit für den in Verruf geratenen Dieselmotor. Zunächst sollen aber lediglich Baumaschinen umgerüstet werden. Bringt der Auto-Gipfel am Montag nun Fahrverbote?

Dieselmotoren stoßen derzeit weit mehr Schadstoffe aus, als erlaubt. Fahrverbote drohen. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Leipzig/Freiberg. Vor dem am Montag geplanten Start der Expertengruppe zu PKW-Nachrüstungen wächst der Druck auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die geplante Diesel-Umrüstung nicht nur mit Software-, sondern vor allem auch mit Hardware-Nachrüstungen zu vollziehen.

Hilfe für die Kanzlerin und die in Bedrängnis geratene deutsche Autoindustrie könnte schon bald aus Sachsen kommen. Forscher der TU Bergakademie Freiberg suchen nach technologischen Lösungen, um die Zukunft des Diesel-Motors zu sichern. „Wir wissen doch, dass man den Diesel nicht so einfach von heute auf morgen ersetzen kann“, sagt der Rektor der TU Bergakademie Freiberg, Professor Klaus-Dieter Barbknecht. Deshalb werde an seiner Einrichtung intensiv daran geforscht, den Stickoxidausstoß bei Dieselautos zu verringern.

Freiberger Wissenschaftler entwickelten ein technologisches Verfahren, bei der das in Dieselmotoren eingespritzte AdBlue schon bei niedrigeren Temperaturen verbrannt und somit der Stickstoffausstoß bereits auf kurzen Fahrten deutlich reduziert werden kann. Zusätzliche Schadstoffe fielen dabei nicht an, so die sächsischen Wissenschaftler. Mit dem Verfahren, das zum Patent angemeldet ist, sollen in einem ersten Schritt große Baumaschinen umgerüstet werden.

Rückendeckung für die Tüftler aus Freiberg kommt auch von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). „Wir müssen die Diesel-Technologie weiterentwickeln“, fordert der Vizeregierungschef der schwarz-roten Koalition im Freistaat. Dann könnten die Zusagen der Industrie an die Kunden eingehalten werden und die Produkte gleichzeitig zukunftsfähig gestaltet werden. „Die Automobilindustrie muss sich jetzt darum kümmern, dass die Umrüstung gerade beim Diesel funktioniert“, sagt Dulig. „Wir werden die Diesel-Technologie noch lange benötigen, ehe wir eine verlässliche Technologie in anderen Antriebssystemen erforscht haben und in die Praxis umsetzen“, betont auch der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Frank Heidan.

Beim nächsten Auto-Gipfel am Montag wird sich das Gremium aus Vertretern von Politik, Kommunen, Industrie, Umweltverbänden, Verbraucherschützern, Handwerkern und Zulieferern auch über die Hardware-Nachrüstungen von Diesel-Motoren austauschen. Laut Kanzleramt ist es das Ziel, Fahrverbote für Diesel-Autos zu vermeiden, die Gerichte womöglich erzwingen könnten. Am selben Tag trifft sich Kanzlerin Merkel auch mit Vertretern besonders betroffener Kommunen – wie zum Beispiel der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart.

Die Expertengruppe ist ein Resultat des Diesel-Gipfels von Anfang August. Der Automobilklub ADAC hat die dort beschlossenen Software-Updates als „ersten Schritt in die richtige Richtung“ bewertet, sieht aber noch erhebliche Lücken. Denn letztendlich sei die Politik vor der Industrie eingeknickt, kritisierte der Verein in München. Mit Hardware-Nachrüstungen dagegen lasse sich der Stickoxid-Ausstoß nicht nur um 25 Prozent, sondern sogar um bis zu 90 Prozent senken, so der ADAC.

Mehr zum Thema finden Sie in der gedruckten Ausgabe der Leipziger Volkszeitung vom 1. September 2017.

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