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Zentrale Berufsschulen und Azubis in Heimen: Sachsens Wirtschaft drängt Politik zu Reformen

Zentrale Berufsschulen und Azubis in Heimen: Sachsens Wirtschaft drängt Politik zu Reformen

Industrie und Handwerk in Sachsen wollen sich verstärkt für eine bessere Berufsschulbildung engagieren. Dabei sehen die Spitzen der Dresdner Kammerverbände vor allem das Kultusministerium in der Pflicht, erklärten deren Präsidenten Günter Bruntsch und Jörg Dittrich am Dienstag.

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Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer wollen, dass das Ministerium statt der Landkreise die Schulnetzplanung übernimmt.

Quelle: dpa

Dresden. Angesichts sinkender Lehrlingszahlen, des Mangels an Berufsschullehrern und des wachsenden Fachkräftebedarfs müsse dringend gehandelt werden.

Die Kammern untermauerten das mit einer Studie, die nach Auskunft des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung Dresden auch auf die Regionen Leipzig und Chemnitz übertragbar ist. Dittrich kündigte an, man werde angesichts der nahenden Wahlen in Sachsen „nachladen“, um den Druck auf die Politik zu erhöhen.

Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer wollen, dass das Ministerium anstelle der Landkreise die Schulnetzplanung übernimmt. Es müssten dabei auch regionale Schwerpunkte bei der Ausbildung gesetzt werden. Es gebe bereits einen unguten Wettbewerb der Landkreise um Schulstandorte und Schüler, sagte Dittrich. Zudem müsse mehr unternommen werden, um endlich den Lehrerbedarf zu decken und auch die Berufsorientierung zu verbessern.

„Alle Landkreise wollen ihre Berufsschulen behalten und möglichst attraktive Richtungen anbieten“, sagte Dittrich. Das sei aber nicht mehr möglich. Mittlerweile wüssten Schulen und Unternehmen oft erst kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres, welche Schule die Lehrlinge aufnimmt, weil Klassen wegen zu geringer Schülerzahlen zusammengelegt werden müssten. „Oberstes Gebot aber ist doch Planungssicherheit“, sagte Bruntsch. 21 der 25 Berufsschulzentren in der Region wünschten sich eine zentrale Planung, für die das Schulgesetz geändert werden müsste.

Kammern: Azubis sollen längere Fahrzeiten und Heimunterbringung in Kauf nehmen

Der Vorschlag der Kammern: Nicht in jedem Landkreis sollten künftig alle Angebote vorgehalten werden. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass Berufsschüler nicht mehr unbedingt in der Nähe ihres Wohnortes lernen, sondern längere Fahrzeiten in Kauf nehmen und notfalls in Heimen übernachten müssten.

„Das Kultusministerium ist an einem Dialog mit den Kammern zu den Ergebnissen der Studie interessiert“, erklärte Sprecher Dirk Reelfs auf Anfrage. Zu Details könne man sich erst äußern, wenn man die Studie kenne.

Die Fraktionen von Linken und SPD erklärten, das Ministerium solle sich der Schulnetzplanung annehmen. Das sei auch eine mehrfach erhobene Forderung der Fraktionen. „Berufliche Bildung ist ebenso wichtig wie ein Hochschulstudium“, erklärte SPD-Bildungsexpertin Eva-Maria Stange. Diese dürfe nicht lokalen Interessen überlassen werden.

„Nur mit gravierenden Änderungen im bestehenden System - und dazu gehört für uns auch ein Philosophiewechsel hin zu einer echten Übernahme der Verantwortung des Landes für diesen Bildungsbereich - wird der Freistaat Sachsen für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet sein“, erklärte die Linken-Abgeordnete Verena Meiwald.

dpa

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