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Nachrichten “Ein Mann des starken Wortes“ – Reaktionen auf den Tod von Roman Herzog

“Ein Mann des starken Wortes“ – Reaktionen auf den Tod von Roman Herzog

Bundespräsident Joachim Gauck hat seinen gestorbenen Amtsvorgänger als unermüdlichen Mahner für Reformen gewürdigt. „Roman Herzog hat Reformbereitschaft angemahnt, als die Bundesrepublik dieser Mahnung in besonderer Weise bedurfte“, sagte Gauck. „Wie notwendig Veränderungen sind, um Wohlstand und soziale Sicherheit zu gewährleisten, hat er uns immer wieder vor Augen geführt.“ Gauck hob hervor, dass Herzog als Kind noch den Zweiten Weltkrieg erlebt habe. „So war für ihn eine der wichtigsten Aufgaben, die Erinnerung an die dunkelste Zeit Deutschlands wachzuhalten.“ Herzog habe als Bundespräsident viel für Versöhnung und Verständigung, Vertrauen und gute Nachbarschaft bewirkt. „Roman Herzog hat sich um unser Land und um Europa verdient gemacht. Wir werden ihn dankbar in Erinnerung behalten.“

Quelle: dpa

Mit dem Tod von Roman Herzog verliert Deutschland nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen „hochbeliebten Altbundespräsidenten“ und verdienten Patrioten. Er habe dem Land als einer der anerkanntesten Staatsrechtler und Interpreten des Grundgesetzes als Landesminister und Präsident des Bundesverfassungsgerichts und schließlich von 1994 bis 1999 als Bundespräsident gedient, erklärte Merkel. Herzog habe das höchste Staatsamt in seinem „eigenen unnachahmlichen Stil“ ausgefüllt. „Er pflegte das offene Wort, war unprätentiös, humorvoll und durchaus selbstironisch“, betonte die Kanzlerin. „Seine unverwechselbare kluge Stimme und seine Fähigkeit, Probleme offen zu benennen und dabei Mut zu machen, wird mir und wird uns allen fehlen“, sagte Merkel. Die Nachricht von seinem Tod erfülle sie mit tiefer Trauer.

Quelle: dpa

SPD-Chef Sigmar Gabriel hob hervor, Roman Herzog habe für einen Dialog zwischen den Religionen geworben und sich gegen jede Form von Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus eingesetzt. Zudem habe der Jurist in „geradezu weiser Voraussicht“ die Politiker davor gewarnt, „allzu viele politische Streitthemen zur Entscheidung nach Karlsruhe zu verlagern“.

Quelle: dpa
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