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Jugendredaktion "Bücher sind wie geheime Freunde"
Nachrichten Jugendredaktion "Bücher sind wie geheime Freunde"
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14:42 16.10.2015
Quelle: Sarah Maria-Köpf
Leipzig

Ohne ihn wären wir nie mit Harry, Ron und Hermine auf Reisen gegangen. Barry Cunningham entdeckte Joanne K. Rowlings Roman 1997 und nahm sie für den Verlag Bloomsbury unter Vertrag. LVZ-Jugendredakteurin Sarah-Maria Köpf traf den Verleger auf der Leipziger Buchmesse zum Interview und sprach mit ihm über seine Arbeit, die Anfänge mit J.K. Rowling und seine nächste große Neuentdeckung.

Hatten Sie schon Zeit, die Buchmesse zu besuchen?

Ja, ich habe ein bisschen herumgeschaut. Vor zwei Jahren war ich schon einmal hier und liebe es einfach. Alle verkleiden sich. Das ist eine Art, Bücher zu feiern, die ich sehr mag. Auf vielen Buchmessen in anderen Ländern haben sie nicht so eine offene Lesekultur.

Warum sind Sie Verleger geworden und haben sich dafür entschieden, Kinderbücher zu veröffentlichen?

Eigentlich war es Zufall. Ich begann in dem Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zu arbeiten und war fasziniert davon, wie Kinder über Autoren und deren Geschichten erzählten. Bücher sind in der Kindheit wie geheime Freunde. Das hat mich dazu inspiriert, mit Kinderbüchern zu arbeiten. Kinder sind die abenteuerlichsten Leser. Sie folgen dem Erzähler durch einen Schrank in ein fremdes Land, solange es Sinn macht. Sie sind weniger konservativ. Sie lesen nicht die Bücher, die sie lesen müssen. Sie kümmern sich nicht um Rezensionen. Kinder armer und reicher Eltern können die gleichen Geschichten gut finden. Es ist ein unverfälschter Markt.

Was mögen Sie am meisten an Ihrer Arbeit?

Ich mag die Reaktionen der Leser. Ich bin ein Verleger, der mehr an den Lesern interessiert ist, als an den Autoren. Schriftsteller sind großartig, aber ihrer Geschichten sind nicht lebendig, wenn niemand ihre Bücher liest. Ich liebe es, wenn Menschen über ein Buch reden und es einander weiterempfehlen. Das ist das Beste für meine Arbeit.

Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Ich habe keinen so geregelten Tagesablauf. Täglich bekomme ich eine Menge Manuskripte und werde nie müde, diese Bücher zu lesen, denn die nächste Geschichte könnte ja wirklich etwas Besonderes sein. Es ist ein tolles Leben, weil sich nie eine Routine einschleicht.

Was macht ein gutes Manuskript aus?

Ich denke, der richtige Ton ist entscheidend. Eine Stimme muss für Kinder authentisch klingen. Das ist das Wichtigste.

Was hat Sie auf Anhieb von Harry Potter überzeugt? Immerhin wurde das Manuskript vorher von vielen Verlagen abgelehnt.

Ich mochte die Eulen in Hogwarts und den Humor, denn Fantasy war zur damaligen Zeit überhaupt nicht witzig. Außerdem hat mich die starke Freundschaft zwischen den drei Hauptfiguren überzeugt, das Buch zu kaufen und verlegen zu lassen. Ich liebe die Art, wie sie sich gegenseitig unterstützen.

Es gibt diese berühmte Anekdote, wie Sie J.K. Rowling sagen, dass Harry Potter niemals Erfolg haben wird.

Ich sagte Joanne K. Rowling damals, dass ich mir Sorgen um sie machte. Sie war alleinerziehend und hatte nicht viel Geld. Also sagte ich, sie solle sich einen gewöhnlichen Job suchen, weil man mit Kinderbüchern wenig Geld verdienen kann. Ich wusste nicht, dass sie eine der reichsten Frauen der Welt werden würde. (lacht)

Was sind Ihre Tipps für angehende, junge Schriftsteller?

Junge Autoren sollten herausfinden, für was sie sich wirklich interessieren. Sie sollten über das schreiben, was sie am meisten wütend oder unglücklich macht. Das ist der Kern in Büchern, der eine Geschichte lesenswert macht.

Haben Sie schon einmal daran gedacht, Ihr eigenes Buch zu schreiben?

Nein, das kann ich nicht. Ich habe zu viele Stimmen anderer Menschen in meinem Kopf. Ich könnte nur eine Imitation schreiben.

Welches Buch lesen Sie im Moment?

Ich lese ein wunderbares Buch mit dem Titel "The Beetle Boy" von M.G. Leonard. Es ist ein neues Manuskript, das wir im nächsten Jahr veröffentlichen werden. Ich freue mich schon sehr darauf.

Sarah-Maria Köpf

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