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Das Experiment: sieben Tage ohne Smartphone

Lebenselixier oder Alltagshilfe Das Experiment: sieben Tage ohne Smartphone

Jeder zehnte junge Handybesitzer ist suchtgefährdet, fanden kürzlich Mannheimer Forscher heraus. Also unternimmt Jugendredakteurin Jessica Fleckenstein den Selbsttest und verzichtet eine Woche lang auf ihr Handy, den Laptop und Fernseher.

Ständiger Blick aufs Display: Auch junge Leipziger sind permanent mit ihrem Smartphone beschäftigt.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Jeder zehnte junge Handybesitzer ist suchtgefährdet. Dies fand eine von der Landesmedienanstalt NRW in Auftrag gegebene Studie heraus. Die Teenager stünden unter massivem Kommunikationsstress. Also verzichtet Jungredakteurin Jessica Fleckenstein eine Woche lang auf Handy, den PC und Fernseher.

Sofort kommen Tausend Fragen auf: Wer weckt die 15-Jährige morgens? Wie kommuniziert sie trotzdem mit ihren Freunden? Wie kann sie Fotos hochladen? Natürlich sind das alles Fragen, die normalerweise nicht wichtig sind, in der Situation aber, wenn man kein Smartphone benutzt, aufkommen. Das Ziel: eine Woche ohne Dauerberieselung durchhalten. Wenn Jessica scheitert, ist sie handy-, computer- oder fernsehsüchtig.

#Tag 1: Am Montag fällt der Startschuss. Die Sache mit dem Wecker? Naja, Jessica verschläft erst einmal. Aber dennoch kommt sie pünktlich zur Schule. Alles eine Frage des Zeit-Managements. Es gibt einige Probleme, die sich einem ohne Handy in den Weg stellen. Das größte aber ist die Verlustangst, etwas zu verpassen.

#Tag 2: Am Dienstag läuft alles glatt. Nachdem Jessica sich am Montag einen Wecker gekauft hat, wacht sie pünktlich auf. Auch wenn sie ihr iPhone ausgeschaltet hat, nimmt sie es mit zur Schule. Irgendwie hat es sich in ihr Hirn eingebrannt, das Haus niemals ohne Handy zu verlassen. Aber es gibt eine größere Kröte, die sie schlucken muss: Die Hausaufgaben müssen in der Bibliothek recherchiert werden.

#Tag 3: Der Gang durch das Schulhaus fällt Jessica am Mittwoch besonders schwer. Jeder hat ein Handy in der Hand. Es ist fast unerträglich, die Pause ohne Handy zu verbringen. Jeder ist in den sozialen Netzwerken unterwegs. Jetzt erst merkt Jessica, dass heutzutage nichts mehr ohne Handy geht. Diese Welt ist einfach zu medial geworden. In der Bibliothek ist es gestern besser als befürchtet gewesen. Eine angenehme Atmosphäre. Sollte man ausprobieren. Einfach mal spaßeshalber.

#Tag 4: Jessica möchte auf dem Schulhof plötzlich wissen, wie viel Uhr es ist. Ein instinktiver Reflex. Sie greift in ihre Tasche und bekommt Panik. Wo ist es nur? Wie eine Irre sucht die Jugendredakteurin ihre Taschen ab, doch dann fällt ihr ein, dass es zu Hause liegt. Das Gute ist, dass Jessica mittlerweile sogar eine Armbanduhr trägt. Aber es ist an diesem Donnerstag zu spüren, dass sie eine sehr starke Bindung zu ihrem digitalen Begleiter hat.

#Tag 5: Heute will Jessica einfach nur noch schreien: "Legt endlich eure verdammten Smartphones weg! Ihr schreibt doch bestimmt gerade dem, der neben euch sitzt." Können die sich nicht einfach unterhalten? Die 15-Jährige wettet insgeheim, dass nicht einmal mehr die Hälfte der Klasse lachen kann, wenn sie keine Smileys auf dem Bildschirm sieht.

#Tag 6: Samstag...nein!!! Es ist der Horror. In der Schule ist man noch mit Unterricht und Sporttraining beschäftigt. Aber am Wochenende gähnt die Langeweile. Das Gute ist, dass Jessica noch viel für die Schule zu tun hat. Aber am Abend wird es härter. Während die Schwestern vor dem Fernseher sitzen, ist die Jungredakteurin in ihrem Zimmer und liest ein Buch. Gut, dass es wenigstens spannend ist.

#Tag 7: Letzten Endes hat die 15-Jährige keine Ahnung, wie sie den Sonntag durchgebracht hat. Ach ja, mit Kochen und Backen. Die Rezepte stammen natürlich aus einem Buch.

Am Montag ist es so weit: Jessica darf Handy, Laptop und TV wieder benutzen. Sie hat den Selbsttest erfolgreich durchgehalten. Nun warten Hunderte Nachrichten auf ihrem Smartphone. Mittlerweile ist die 15-Jährige aber viel gelassener geworden und muss nicht gleich nachschauen, wer geschrieben hat. Sie hat wieder gelernt sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Das hat ihre Selbstdisziplin gestärkt. Es ist doch letztlich nur ein Ding. Kein Lebenselixier.

Natürlich kann sich die Jungredakteurin keinen Alltag ohne Handy, Laptop und TV vorstellen, aber das Experiment könnte sie zu jedem Zeitpunkt wiederholen. Handy-Sucht besteht also nicht. Zur Nachahmung empfohlen.

Jessica Fleckenstein   

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