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„Jugendlichen eine Stimme geben“

Interview mit Nachwuchspolitiker William Rambow „Jugendlichen eine Stimme geben“

Die Schonfrist des Jugendparlaments Leipzig (JuPaLe) ist vorbei. Seit März 2015 ist William Rambow (18) offiziell als Mitglied des Jugendparlaments und Jugendbeirat im Amt. Im Interview mit LVZ-Jugendredakteurin Michelle Malisev (16) zieht er Bilanz.

Hat noch viel vor: Jungpolitiker William Rambow ist seit März 2015 Mitglied des ersten Jugendparlaments Leipzig.

Quelle: Michelle Malisev

Leipzig. Die Schonfrist des Jugendparlaments Leipzig (JuPaLe) ist vorbei. 20 Nachwuchspolitiker sind seit März 2015 offiziell im Amt. William Rambow (18) zieht nach über 100 Tagen Regierungszeit Bilanz. Im Interview mit Michelle Malisev (16), Nachwuchsjournalistin der LVZ-Jugendredaktion, spricht er über Visionen und aktuelle Projekte.

Wie hast du vom Jugendparlament Leipzig (JuPaLe) und von der Wahl erfahren?

Von einem Freund, der es auf einer Internetseite gelesen hat und auch von einer Freundin, die in der Linksjugend aktiv war. Ich bin daraufhin zur „Initiativgruppe“ gegangen, die die Wahl organisierte und vorbereitete, und habe mich entschlossen, zu kandidieren.

Mit welchem Ziel hast du dich beim JuPaLe beworben?

Mein Hauptziel ist es, Jugendlichen eine Stimme in der Politik zu geben. Ich finde, dass diese Altersgruppe in unserer politischen Gesellschaft stark unterrepräsentiert ist. Zum Beispiel, weil die Wahlen erst ab 18 Jahren sind und Jugendliche ihre Meinung nicht schon früher einbringen können.

Wie lief die erste Sitzung ab?

Das erste Treffen war relativ unspannend und formell. Jeder Parlamentarier hat eine Urkunde bekommen. Es wurden einige Reden gehalten. Die zweite Sitzung war schon spannender, da wurden die verschiedenen Positionen im Jugendparlament gewählt. Ab der dritten Sitzung fingen wir mit unserer politischen Arbeit, wie wir sie heute machen, an.

Gab es Themen in den Sitzungen, die öfters angesprochen wurden?

Ein großes Thema war anfangs, wie das Jugendparlament arbeiten soll. Es war zum Beispiel zu klären, wer für was verantwortlich ist oder wie wir mit der Stadtverwaltung arbeiten. Deshalb konnten wir erst danach inhaltliche Themen diskutieren. Das erste war die Streichung der Straßenbahnlinie 9, die auf einer Entscheidung des Stadtrats Mitte September beruht, gegen die wir ankämpfen. Außerdem haben wir gerade einen Logowettbewerb „Gib deinem Jugendparlament mehr Farbe“ am Laufen.

Wenn du dich umhörst, glaubst du, dass sich Jugendliche für eure Aktivitäten interessieren?

In meinem Freundeskreis erkundigen sich relativ viele darüber, was wir im Parlament gerade so besprechen. Allerdings ist das Problem, dass viele von der Existenz des Jugendparlaments noch nichts wissen. Der Grund könnte in Kommunikationsschwierigkeiten zwischen der Stadt und den Jugendlichen liegen. Wir mussten deshalb auch eine tragische Wahlbeteiligung von vier Prozent einstecken. Es ist also eine unserer Aufgaben, mehr Jugendliche über unsere Arbeit zu informieren und Interessierten die Möglichkeit zu bieten, sich zu engagieren.

Was erhoffst du dir von der Zukunft des JuPaLe?

Zum einen hoffe ich, dass die Stadtverwaltung unsere Vorschläge ernst nimmt. Zum anderen wäre schön, wenn wir Jugendliche vertreten, die gern an der Stadtpolitik teilhaben.

Von Michelle Malisev

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