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Jugendredaktion Sicherheitsgefühl nach Amokläufen: Leipziger sollten Freiheit nie wegen Angst aufgeben
Nachrichten Jugendredaktion Sicherheitsgefühl nach Amokläufen: Leipziger sollten Freiheit nie wegen Angst aufgeben
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13:36 29.09.2016
Elite-Polizisten in voller Kampfmontur sicherten am 6.September 2016 nach einer anonymen Terrordrohung das Luxushotel „Fürstenhof“ am Leipziger Tröndlinring ab, die sich hinterher als Fehlmeldung entpuppte. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Die Amokläufe und Attentate in der vergangenen Monate, Wochen und Tage – die Abstände werden gefühlt immer kürzer – haben wohl alle Menschen auf der Welt und in Europa mitgenommen. Ob in Nizza, München, Würzburg, Ansbach und New York – die Menschen sind in tiefer Trauer um die Opfer gewesen.

Ich will nicht auf jedes einzelne traurige Ereignis eingehen, denn davon kann jeder genug im Netz lesen, sondern auf die Folgen für uns in Leipzig. Natürlich betrachtet man die Attentate aus der Ferne anders als die trauernden Menschen vor Ort in München oder Ansbach. Hier in Leipzig gibt es doch noch „Sicherheit“. Oder etwa nicht?

Autorin des Kommentars: Jessica Fleckenstein, Jugendredakteurin der LVZ. Quelle: Ricarda Fleckenstein

Die Menschen vor Ort haben die Attentate aus der Nähe oder durch Verwandte und Bekannte miterlebt. Sie wissen jetzt, was es heißt um ihr Leben zu fürchten oder um das ihrer Angehörigen. Vielleicht haben sie dadurch jetzt auch wieder gelernt, das eigene Leben zu schätzen – fernab vom alltäglichen Stress und den kleinen Sorgen.

Obwohl so schreckliche Dinge geschehen, lässt sich daraus lernen, die eigenen Lebensphilosophien überdenken und dem Zeitgeist anpassen. Jetzt könnte die Gesellschaft, Politik und Wirtschaft doch viel schneller belanglose Streitigkeiten aus der Welt zu schaffen, weil es morgen schon zu spät sein könnte.

Was ich sagen will: Wir dürfen keine Angst haben mehr haben und sie von der Vorsicht zu unterscheiden lernen. Das Eine blockiert uns, hemmt uns und nimmt uns sukzessive unsere Lebenslust. Das Andere lässt uns misstrauisch werden und abwartend. Entscheiden wir uns für die Angst, haben die Amokläufer und Terroristen gewonnen – nämlich über unsere Freiheit.

Wir müssen aufwachen und erkennen, dass wir alle zu Opfern werden können, wenn wir es zulassen. Und daher sollte vor allem Ruhe bewahrt werden. Vielleicht stellt sich dann hinterher wie beim Fürstenhof in Leipzig heraus, dass alles nur viel Lärm um Nichts war und sich eine Bombendrohung von zwei Österreichern als ein dummer Jungenstreich entpuppt hat. Es wäre jedenfalls zu wünschen.

Von Jessica Fleckenstein

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