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Siegerin trotz Bänderriss

Deutsche Kanu-Meisterschaft Siegerin trotz Bänderriss

Kanutin Ricarda Fleckenstein setzt alles auf eine Karte: Trotz Bänderriss-Verletzung nimmt die 15-Jährige vom 26. bis 30. August an der 94. Deutschen Meisterschaft in München teil. Die Tage verbringt die Jungredakteurin nicht nur auf dem Wasser, sondern auch in der Stadt. Ein Erlebnisbericht.

Ganz schön fit: Ricarda Fleckenstein beim Training auf der Münchner Olympiastrecke.

Quelle: Jessica Fleckenstein

München. Am Mittwoch, den 26. August, ist es so weit. Mein Herz schlägt schneller. Die 94. Deutschemeisterschaft im Kanurennsport startet. Die Münchner Olympiastrecke befindet sich im Norden der Stadt, auf der Gemarkung der Gemeinde Oberschleißheim. 1972 trugen dort die Kanuten und Ruderer ihre Olympischen Wettbewerbe aus. Und auch ich werde die Strecke im Einercanadier entlang rasen.

Schon am Samstag, vier Tage zuvor, fahren wir mit einer kleinen Gruppe nach München. Von unserem Verein "Sportclub Deutsche Hochschule für Körperkultur Leipzig" (SC DHfK Leipzig) sind allein schon 90 Personen an den Start gegangen. Die erste Deutsche Meisterschaft fand übrigens 1921 in Leipzig statt. Allgemein gibt es bei solchen Wettkämpfen die Disziplinen: Canadier männlich und weiblich sowie Kajak männlich und weiblich. Dann gibt es noch verschiedene Altersgruppen zwischen 12 und 40 Jahren.

Rundern auf der Olympiastrecke

Dann wird fleißig trainiert. Die letzten Sonnenstrahlen berühren das Wasser. Wie ich so mit meinem Boot über das glasklare Wasser fahre, sehe ich, wie Fische unter mir entlang schwimmen. Neben der kerzengeraden Strecke liegt die empor ragende, majestätische Tribüne, wie ein Fels in der Brandung. Auf der anderen Seite geht die Sonne langsam unter. Der Samstag neigt sich dem Ende zu. Ich fahre zurück an den Steg und hebe mein Boot heraus. Morgen ist auch noch ein Tag, denke ich und gehe zurück zu unserem Teamzelt.

Am Sonntagnachmittag fahren wir in die Münchner Innenstadt. Ein paar Mitbringsel-Geschäfte haben trotz Ruhetag geöffnet. Eigentlich wollen wir noch ins Hofbräuhaus, aber dafür sind wir dann doch zu faul. Das Training am morgen war doch ziemlich hart. 

Die Aufregung steigt

Am Montag und Dienstag laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Zum Glück ist es noch nicht so heiß. Ab Mittwoch werde ich langsam aber sicher immer aufgeregter. Donnerstag habe ich meine ersten beiden Rennen im Einerkanu: Vorlauf über 200 Meter und 500 Meter.

Freitag steht schließlich der Endlauf über 500 Meter im Einer an. Ich fahre hoch zur 750-Meter-Marke, die Sonne brennt mir aufs Gesicht. Mein Herz schlägt immer schneller. Meine Muskeln werden steif. Ich wende mein Boot auf die Strecke und schon ruft uns der Starter nach vorn.

Der Countdown läuft

Durch die Lautsprecher erklingt eine Männerstimme: "Alle in die Startschuhe einfahren." Jetzt ist es gleich so weit, denke ich. Ein kurzer Augenblick der Stille. "Ready...": Ich gehe mit meiner Hüfte nach vorn. "Set...": Ich hebe mein Paddel an. "Go..." und schon mache ich meinen ersten Schlag voller Kraft, versuche mich aus der Starterposition flink heraus zu schieben. Vom Ufer erklingen die Rufe meiner Familie und Freunde.

Also los. Ich konzentriere mich nur auf das Rennen. Dann der erlösende Laut aus dem Mikrofon: Der Sprecher verkündet, dass ich gewonnen habe: "Nummer Drei! Ja, geschafft!" Und das sogar mit meinem Bänderriss, den ich mir einige Wochen zuvor zugezogen hatte. Ich bin selbst ziemlich baff, lege am Steg an und gehe zu der Siegerehrung.

Easy nach oben

Samstag ist dann wie ein Spaziergang: Meine letzten beiden Endläufe im Einer auf 200 Meter und im Zweier auf 500 Meter. Auch die kann ich in meiner Alterssparte für mich gewinnen. Insgesamt bekam mein Verein übrigens acht Medaillen, davon vier Mal Bronze, drei Mal Silber und meine Goldmedaille. Damit schnitten wir ganz gut ab. Der ebenfalls anwesende Sportgemeinschaft Leipziger Verkehrsbetriebe bekommt vier Edelmetalle. Nur 47 Medaillen sahnt der Kanu Club Potsdam ab, davon 20 Mal Gold, und landet auf dem ersten Platz.

Am Samstag wieder zurück

Schließlich schaut sich unser Team noch ein spektakuläres Rennen im C8 von den Senioren an. Danach geht es wieder nach Leipzig zurück. 

Den Schmerz beim Wettkampf zu spüren und ihn zu ignorieren, hat sich für mich gelohnt. Wenn man etwas will, dann kann man alles schaffen, stelle ich fest. Eine lehrreiche Erfahrung.

Ricarda Fleckenstein

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