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Kultur 1. Leipziger Krimipreis geht an Cornelia Lotter - Publikum stimmt für Ex-Polizeisprecher
Nachrichten Kultur 1. Leipziger Krimipreis geht an Cornelia Lotter - Publikum stimmt für Ex-Polizeisprecher
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20:33 18.11.2012
Erste Preisträgerin des Leipziger-Krimi-Preises: Cornelia Lotter am 17.11.2012. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Ansonsten endet der Abend relativ unblutig. Zwar gibt es Tote in den Texten der fünf Finalisten, in der knapp bemessenen Lesezeit konzentrierten sich Kerstin Lange, Frank Kreisler, Cornelia Lotter, Joachim Anlauf und Ria Klug jedoch auf Spannungsaufbau und Atmosphärisches.

Nach zwei kurzweiligen Stunden steht fest: Die Jury verleiht den 1. Leipziger Krimipreis an Cornelia Lotter aus Tübingen, Publikumsliebling wird der Neu-Leipziger Joachim Anlauf – für den ehemaligen Pressesprecher der Polizei Sachsen und der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag war es die erste öffentliche Lesung.

Lotters Sieger-Text „Gottesgericht" vereine die Elemente des Psycho-Thrillers und der klassischen Kriminalgeschichte „aufs Trefflichste", begründet Jurysprecher Hartwig Hochstein die Entscheidung. „Die Protagonisten – Täter, Opfer, Ermittler – sind extreme Persönlichkeiten, deren Handlungen dennoch logisch und nachvollziehbar bleiben." Hochstein vergleicht die Heldin Kirsten Stein sogar mit Stieg Larssons Lisbeth Salander und lobt Lotters Sprache: „Knappe, klare, manchmal geradezu lakonische Sätze." Anders als die Zuschauer bei Hugendubel, Mitveranstalter des vom fhl Verlag ausgelobten Preises, kennen die Jurymitglieder den ganzen Roman. Das Publikum kann das im März 2013 nachholen – wenn „Gottesgericht" zur Leipziger Buchmesse erscheint, was ebenso zur Auszeichnung gehört wie 1000 Euro und eine Lesereise.

Einzige Teilnahme-Bedingungen war: die Handlung soll in Leipzig und Umgebung angesiedelt sein. Cornelia Lotter wählt das Gelände der Baumwollspinnerei, wo ihre Detektivin Kirsten Stein sich mit neuer Identität vor dem Ex-Freund versteckt, der nach einem ersten Mordversuch im Gefängnis saß und nun das Netz um sie immer enger zieht.

Die anderen Texte führen auf das Völkerschlachtdenkmal, in stehende und fließende Gewässer, nach Lindenau oder wie bei Joachim Anlauf in den Wahlkampf ums Oberbürgermeisteramt. In dem Politkrimi sieht sich OBM Clemens Völker mit einem Doppelgänger konfrontiert. Er deutet die Signale richtig und versucht, das Problem aus der Welt zu schaffen.

Da hat auch Uwe Albrecht viel Spaß, Wirtschaftsbürgermeister und Schirmherr des Krimipreises. Von Moderator Hartwig Hochstein befragt, räumt er fröhlich ein, an diesem Abend gelernt zu haben: Traue keinem OBM, es könnte der falsche sein." Die durchaus ausgelassene Stimmung zeigt, wie fhl-Verlags-Chef André Mannchen, Vater des Preises, es schafft, andere mit seiner Begeisterung anzustecken. Neben Autoren und Publikum nun auch den Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der ab kommendem Jahr mit im Boot ist, denn anders als ursprünglich geplant, soll der Krimipreis nun jedes Jahr ausgelobt werden. 2013 muss es dann auch nicht mehr Leipzig sein als Ort der Handlung – dann kann in einem Radius von 150 Kilometern um die Stadt herum Blut fließen.

Alles zum Leipziger Krimipreis finden Sie auf www.leipziger-krimipreis.de.

Janina Fleischer

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