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100 Konzerte im Zeichen der „Elemente“: Järvis Abschieds-Konzertsaison beim MDR

Schule der Wahrnehmung 100 Konzerte im Zeichen der „Elemente“: Järvis Abschieds-Konzertsaison beim MDR

Die nächste MDR-Klangkörper-Saison ist die letzte des amtierenden Chefdirigenten Kristjan Järvi. Sie bietet nochmal ein reichhaltiges Programm.

Jahres-Pressekonferenz der MDR-Ensembles im City-Hochhaus in Leipzig. Im Podium sitzen v.l. Heiner Louis , Nathalie Wappler Hagen und Dr, Karen Kopp.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die nächste MDR-Klangkörper-Saison, die die neue Programmdirektorin Nathalie Wappler-Hagen, Klangkörper-Hauptabteilungsleiter Heiner Louis, Orchestermanagerin Karen Kopp und Chormanagerin Claudia Zschoch gestern vorstellten, ist eine des Übergangs. Sie ist die letzte des amtierenden Chefdirigenten Kristjan Järvi, und jeder Gast, der in dieser Saison ans Dirigenten-Pult des Rundfunksinfnoieorchesters tritt, wird als potenzieller Kandidat beäugt und gehandelt.

Übermäßig viele sind es nicht, weil Järvi auch in seiner Abschieds-Saison seinen Job ernst- und die meisten Dirigate selbst übernimmt. Aber interessante Namen sind darunter: alte Hasen wie Mikhail Jurowski, 71, einst Chefdirigent der Oper Leipzig, der am 1. Weihnachtstag im Gewandhaus Russisches zum Fest dirigiert, und junge Talente wie der 38-jährige Kazuki Yamada (19. November, Mozarts Klarinettenkonzert und Mahlers Neunte), bestens beleumundete Stammgäste wie der 1966 geborene Stefan Asbury (11. November, Prokofjew und Schostakowitsch) und Leipzig-Debütanten wie Ludovic Morlot (43, 2. Juni 2018, Bernstein, Haydn und Prokofjew) oder Dmitry Liss (56, 25. März, Schostakowitsch).

Dennoch muss keiner dieser und der anderen Saison-Gäste das Rennen machen. Louis: „Wir werden uns Zeit nehmen. Wir haben eine klare Strategie für die Suche nach einem neuen Chefdirigenten: Zuerst müssen wir selbst uns darüber im Klaren sein, wo das Orchester im Moment steht und was seine Alleinstellungsmerkmale sind. Und wenn es dann ein oder zwei Spielzeiten dauert, bis wir einen Kandidaten gefunden haben, der perfekt zu uns passt, dann ist das auch kein Beinbruch. Es wäre nicht die erste cheflose Zeit, die das älteste Rundfunkorchester der Welt gut überstanden hat.“

Modernes im Fokus

Für Nathalie Wappler-Hagen, die im Herbst als Hörfunkdirektion Johannes Michael Möller ablöste, ist es die erste Saison-Vorschau „dieser wunderbaren Klangkörper“ in Leipzig. „Für die verantwortlich zu sein“, sagt sie, „empfinde ich als Privileg“. Und man glaubt ihr, dass „diese wunderbaren Klangkörper“ ein wichtiger Grund für ihren Entschluss waren, vom Schweizer zum Mitteldeutschen Rundfunk zu wechseln. „Wir leben in bewegten und komplizierten Zeiten“, führt sie aus, „in denen werden die Werte, für die wir stehen, immer wichtiger: Musik zu hören, wirklich aufmerksam zu hören, ist eine gute Schule der Wahrnehmung und für das Differenzierungsvermögen“. In diesem Sinne habe auch Järvi erstklassige Arbeit geleistet, „seine Impulse, gerade für die Weitung des Repertoires, werden wir weitertragen“.

So steht folgerichtig auch in der Saison 2017/18 ziemlich und sehr Modernes im Fokus der gut 100 Programme von Orchester, Chor und Kinderchor in Leipzig und anderen Städten im Verbreitungsgebiet der Dreiländeranstalt. Die Spielzeit steht, wie Karen Kopp ausführt, unter dem alles und jedes zulassenden Motto „Elemente“. Und wieder gruppiert der scheidende Chefdirigent um seine Konzerte herum Kristjan-Festivals: Vom 10. bis 24. Januar stehen dann „Wasser und Eis“ im Zentrum, vom 18. bis 28. April die „Luft“ und vom 8. bis 23. Juni 2018 „Erde und Licht“.

In diesem Umfeld gibt es insgesamt zwölf Werke von noch lebenden Komponisten – und Komponistinnen wie Dobrinka Tabakova, die erstmals beim MDR als Composer in Residence fungiert. Für Kopp ist die 1980 Geborene so etwas wie „die neue Arvo Pärt Bulgariens“, genau die richtige Musik für Järvi mithin. Was im Prinzip auch für die deutsche Erstaufführung von Stefano Bolanis Concerto azzurro für Klavier und Orchester am 7. Oktober gilt, das Järvi in der laufenden Saison noch weitgehend ungeprobt als Uraufführung angesetzt hatte. Und natürlich für die Musik Leonard Bernsteins, dessen 100. Geburtstag der Chefdirigent vorfeiert, um ihn in Leipzig würdig begehen zu können (22. Oktober, mit Candide, Three Meditaions und dem grandiosen Songfest).

Chormanagerin Claudia Zschoch kann sich derweil auf ein Jahr freuen, in dem endlich auch die große Chorsinfonik wieder einen angemessenen Stellenwert beigemessen bekommt: Chorchef Risto Joost setzt seinen Zyklus mit Mendelssohns einschlägigen Werken fort (Lobgesang, 24. September), zum Totensonntag dirigiert er Brahms’ Deutsches Requiem, und am 17. März Haydns „Schöpfung“ in der Peterskirche. Dazu werden „natürlich auch die Nachtgesänge weitergeführt“. Drei sind es 2017/18. Und ebenso natürlich ist der Leipziger Rundfunkchor, der zu den besten der Welt zählt, auch auswärts wieder gefragt. Ein wenig Wehmut wird da wohl aufkommen, wenn die gut 70 Sängerinnen und Sänger am 30. August und 1. September in Kopenhagen gastieren. Dann steht beim Sinfonieorchester des Dänischen Rundfunks Mahlers Achte auf dem Programm und am Pult Fabio Luisi, der bis 2007 Chefdirigent beim MDR war und sehr genau wusste, was er an diesem Chor hatte.

Die gesamte Spielzeit gibt’s unter www.mdr.de;

Peter Korfmacher

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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