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25 Jahre Rock am Ring: Von Cocker bis Kiss - wir zeigen die Top-Künstler von 1985 und 2010

25 Jahre Rock am Ring: Von Cocker bis Kiss - wir zeigen die Top-Künstler von 1985 und 2010

Zu einer Geburtstagsfeier mit Ravioli und Bier aus der Dose kommen selten viele Gäste. Doch wenn Deutschlands größtes Doppel-Musikfestival Jubiläum feiert, dann werden knapp 150.000 Menschen erwartet.

Nürburg/Nürnberg. Rock am Ring feiert am kommenden Wochenende seinen 25. Geburtstag. Rock im Park wird immerhin auch schon 15 Jahre alt.

Fast in jedem Sommer seit 1985 sind tausende Musikfans für ein Wochenende zum Nürburgring in der Eifel gepilgert. Seit Monaten schon sind nun alle 85.000 Tickets für die 25-Jahr-Feier von „Rock am Ring“ vergriffen. Und die kleine Schwester „Rock im Park“, die immerhin 60.000 Besucher erwartet, wird auch schon 15. An diesem Donnerstag starten die Zwillingsfestivals am Ring und auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg mit insgesamt 86 Bands.

Nachdem die Festival-Geschwister, bei denen dieselben Künstler an unterschiedlichen Tagen auftreten, 2009 weitgehend auf die Altmeister des Fachs verzichtet hatten, kommen zum Jubiläum viele alte Weggefährten. Das zeigt schon der Start am Donnerstag mit den US- Altmeistern Kiss, die von der Marek Lieberberg Konzertagentur für den Ring angekündigt wurden. Im Park eröffnen Rage Against The Machine als Headliner das Festival.

Bis in die Nacht zum Montag stehen Auftritte von Rock-„Dinosauriern“ wie Slayer oder Motörhead auf dem ausnahmsweise viertägigen Programm. Der frühere Guns’n’Roses-Gitarrist Slash, eine weitere Kultfigur der 80er und 90er, präsentiert sein erstes Solo-Album. Doch nicht nur die Nostalgiker unter den Fans kommen auf ihre Kosten: Der britische Top-Act Muse soll die Brücke in die musikalische Neuzeit schlagen.

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Nürburg. Überraschungen hält das Festival Rock am Ring auch nach 25 Jahren noch bereit. Mit Sonnenschein am Nürburgring hatten nicht alle 87.000 Besucher des Jubiläumsspektakels gerechnet. Zu oft hatten Regen, Kälte und Matsch dem Festival ihren Stempel aufgedrückt. Insgesamt sollten dieses Mal 90 Bands auftreten. Zum Jubiläum hatte die Initiator Marek Lieberberg Weggefährten wie Kiss eingeladen.

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Einer der Höhepunkte ist der Auftritt der Band Gossip mit ihrer schwergewichtigen Frontfrau und Karl-Lagerfeld-Muse Beth Ditto. Die Münchner Sportfreunde Stiller geben sich unplugged die Ehre, bevor sie sich diesmal dem WM-Trubel entziehen und in den Urlaub fahren. Aus dem hohen Norden kommen Jan Delay und die Indie-Rocker Tocotronic.

In Deutschland sind die musikalischen Mega-Events am Ring und im Park Branchenführer, liegen in der Publikumsgunst klar vor dem „Hurricane“ im niedersächsischen Scheeßel und seinem Bodensee-Pendant „Southside“ (im Vorjahr gemeinsam etwas mehr als 100.000 Besucher). Auch europaweit zählen Nürburg und Nürnberg gemeinsam zu den größten Open-Air-Musik-Veranstaltungen.

Unerreicht bleiben jedoch das südenglische Glastonbury oder auch Roskilde in Dänemark, die ganz allein jeweils weit mehr als 100.000 Fans anlocken. Beide entstanden bereits Anfang der 1970er – noch unter dem Eindruck des „Ur-Festivals“ Woodstock. Erst 1985 schaffte es „Rock am Ring“-Gründer Marek Lieberberg, dauerhaft ein Festival in Deutschland zu etablieren. „Früher gab es durch Anfeindungen von Außen, den Druck auf die Jugend und eine unfreie Gesellschaft wesentlich mehr Probleme“, erinnerte er sich in einem Interview an die beschwerlichen Anfänge der Festivalkultur in Deutschland.

Heute ist sie fester Bestandteil jugendlicher Freizeitgestaltung im Sommer. Dabei genießen die Besucher im Zeitalter von Musik- Downloads im Internet zwar umso mehr auch das „Live-Erlebnis“, wie Lieberberg findet. Doch auch er weiß, dass die Faszination sich noch anders erklärt: Das Festival ist ein „Gemeinschaftserlebnis“. Dabei gilt es oft mit einigen Unwägbarkeiten fertig zu werden: mit Warteschlangen vor mobilen Klo-Häusern, Kälte, Regen, Matsch und einem Mangel an Körperhygiene. Das schweißt zusammen – heute wie vor einem Vierteljahrhundert.

Internet: http://www.rock-am-ring.com und http://www.rock-im-park.com

Tobias Goerke und Britta Schultejans, dpa

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