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70-jähriger Tübke-Schüler Dietrich Wenzel: Produktive Phase

70-jähriger Tübke-Schüler Dietrich Wenzel: Produktive Phase

Dietrich Wenzel macht es sich nicht leicht. Wochenlang sitzt der 70-Jährige ehemalige Tübke-Schüler in seiner Zeichenstube an der Märchenwiese und perfektioniert seine Stillleben und Porträts.

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Dietrich Wenzel hat auch ein Selbstbildnis gezeichnet.

Quelle: Wolfgang Zeyen

"Mir geht es um Spuren, die Zeit und Leben hinterlassen", sagt er und wählt für seine Stillleben mit Vorliebe Fundstücke aus: alte Ofenkacheln, Kastanien oder Baumstämme. Er komponiert sie zu poetischen Bildern, bevor er sie zeichnet. "Das Alte ist sehr reizvoll", meint er. "Weil es eine Geschichte hat."

Seit 2006 zeichnet Wenzel auch wieder Porträts - überlebensgroß und in atemberaubender Detailtreue. In jedem stecken vier bis fünf Wochen Arbeit. Weil kein Modell so lange stillsitzen kann, fertigt er als Zwischenstufe Fotos an. Aber auch dafür setzt er seine Motive intuitiv ins Licht, sucht charakteristische Haltungen und gestaltet das Gesicht in seinem Stil.

Den hat er - und das sagt Wenzel immer wieder - Werner Tübke zu verdanken. Ihn hatte Wenzel bei seinem Grundstudium an der Hochschule für Grafik- und Buchkunst kennengelernt. 15 ausgewählte Absolventen durften dann 1982/83 bei Tübkes Bauernkriegspanorama das Entwurfsbild des Meisters auf das zehnmal größere Panorama übertragen - nach einem aufwendigen Zeichen- und Maltrainig. "Es war, als ob sich ein nichtwissender Realist mit dem Protagonisten des Realismus verabredet hatte", sagt er heute. "Das war mein Meisterstudium."

Doch das Leben machte es Wenzel nicht leicht - statt seine Kunst zu perfektionieren, nahmen ihn ständig andere Projekte die Zeit dafür. Dass er erst in den letzten zehn Jahren wieder an seine künstlerische Bestimmung anknüpfen konnte, ist für ihn ein Glücksfall. "Meine Familie gibt mir die innere Ruhe, die ich für das aufwendige Arbeiten brauche", sagt er.

Und Tübke wirkt nach. "Das sind bis heute die Wurzeln geblieben, mit denen ich Zwiesprache halte", erzählt Wenzel. Das bringe ihn als Maler und Zeichner noch immer voran. "Ich hätte nie gedacht, dass ich bis an diesen Punkt komme. In den letzten zehn Jahren war ich am produktivsten."

Die Schar seiner Fans wächst ständig. "Dass sich ein paar Leute für mich interessieren, das freut mich", meint Wenzel. "Das ist eine Befriedigung."

Zu seinen Fans gehört auch die Gohliser Galeristin Jutta Kreitz. Sie stellt in der Galerie Villa Bösenberg alle wesentlichen Werke aus, die seit dem Jahr 2006 entstanden sind - einige Gemälde, aber vor allem seine "Zeichnereien" mit Bleistift und Graphit.

iZu sehen ist die Schau in der Erfurter Straße 4 noch bis zum 9. November; geöffnet ist dienstags und freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Andreas Tappert

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