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Alpen vor dem Erzgebirge: Schweizerin gewinnt bei "Deutschland sucht den Superstar"

Alpen vor dem Erzgebirge: Schweizerin gewinnt bei "Deutschland sucht den Superstar"

Mit ihrer gusseisernen Fröhlichkeit könnte die neue „DSDS“-Gewinnerin Beatrice Egli sofort die Hitparade der Volksmusik moderieren. Wer weiß, vielleicht macht dieser „Superstar“ wirklich mal Karriere, aber dann bevorzugt bei ARD und ZDF.

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Beatrice Egli (linke) aus der Schweiz ist der neue Superstar. Sie setzte sich gegen Lisa Wohlgemuth aus dem Erzgebirge durch.

Quelle: dpa

Köln. Vielleicht ist diese Einteilung aber auch überholt. Dass bei RTL zur besten Sendezeit am Samstagabend deutsche Schlager gesungen werden, kann kein Ausrutscher sein. Vergreist die Zuschauerschaft?

Das diesjährige Finale von „Deutschland sucht den Superstar“ war - was selten vorkommt - eine Angelegenheit unter Frauen. Die beiden Aspirantinnen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Da war die unverstellt sächselnde Lisa Wohlgemuth (21) aus dem Erzgebirge, ebenso rothaarig wie real und von allen nur „Pumuckl“ genannt. Und da war die im Heidi-Idiom säuselnde Beatrice Egli (24) aus der Schweiz, eine professionelle Sing- und Lachmaschine.

„Die phänomenale Superstimme aus dem Erzgebirge mit der Extraportion Gefühl“ gegen „die einmalige Schlagerprinzessin aus der Schweiz, die alle Herzen im Sturm erobert“ - so war das Duell der gelernten Friseurinnen von Moderatorin Nazan Eckes (30) angekündigt worden. Zum zehnten Mal bereits suchte RTL den Superstar. Das Format kommt in die Jahre.

Metzgerstochter Beatrice, Spitzname „Zwergli“, beteuerte ein ums andere Mal: „Ich tue alles für den Schlager.“ Sie hatte keine Rührgeschichte vorzuweisen, keine Oma mit Holzbein, wie Dieter Bohlen es ausdrückte, sondern sang einfach in einem fort Oma-Titel wie „Und morgen früh küss ich dich wach“.

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Für Egli entschieden sich über 70 Prozent der Zuschauer, die ihre Stimme abgegeben hatten.

Quelle: dpa

Wer ein paar Jahre nicht mehr „DSDS“ eingeschaltet hatte, konnte sich eingedenk eines Stefan-Raab-Titels verwundert fragen: Wadde singe dudde da? Schielt RTL jetzt auf das ZDF-Stammpublikum? Besonders begeistert von der Herzenssängerin zeigte sich Jury-Schlachtross Bohlen. Juror Mateo („Ich würde niemals eine Frau schlagen“) bekannte zwar, Schlager im Grundsatz eigentlich „scheiße“ zu finden, wollte am Ende aber auch wissen, ob es die Kuhglocken als Klingelton gebe.

Lisa Wohlgemuth („Das, was in meinem ganzen Körper sonst ist, hat sich alles in meinem Kopf gesammelt“) hatte am Donnerstag und Freitag noch eine Kehlkopfentzündung auskuriert. Pünktlich zu Beginn der Show konnte Bohlen jedoch ihre wundersame Genesung verkünden: „Um deine Stimme brauchen wir uns keine großen Sorgen zu machen.“ „DSDS“ verlangt Opfer. Oder war alles nur ein PR-Gag?

Am Ende stand Wohlgemuth dann doch ziemlich abgeschlafft neben Dauerstrahlerin Egli. „Ich hab’ gearbeitet wie ’n Schwein“, sagte sie, während Egli immer wieder versicherte, welch ein Geschenk das alles sei. Die votierenden Zuschauer entschieden sich zu mehr als 70 Prozent für das Alpen-Mädel. Jetzt winkt der Plattenvertrag. Wie es aber mit „DSDS“ weitergehen soll, ist eine andere Frage. Die nächste Staffel kommt, das steht schon fest, aber die guten alten Quoten sind weg. Reform tut Not wie bei so manchem RTL-Format. Nur mit Bauern und Bohlen kann man auf Dauer nicht weitermachen.

Christoph Driessen, dpa

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