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Kultur Amy Macdonalds umjubelte Rückkehr
Nachrichten Kultur Amy Macdonalds umjubelte Rückkehr
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00:18 24.03.2017
Intensiver Abend: Amy Macdonald am Montagabend im Haus Auensee. Quelle: Foto: Dirk Knofe
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Leipzig

„Gut Ding will Weile haben“ lautet das verdammt abgedroschene Sprichwort. Die Schottin Amy Macdonald hat es sich offenbar zu Herzen genommen: Fünf Jahre ließ die Singer-Songwriterin ihre Fans auf ein neues Album warten. Nun wagt sie auch einen Rückblick: Zehn Jahre nach ihrem Debüt-Album „This Is The Life“ geht sie nun mit ihrem vierten Album „Under Stars“, das letzten Monat veröffentlicht wurde, auf Tour und wird dabei auch mal nostalgisch. Am Montagabend bewies sie vor einem enthusiastischen Publikum im Haus Auensee, warum sich die Wartezeit durchaus gelohnt hat und am Sprichwort vielleicht doch etwas dran ist.

Bevor Amy selbst auftritt, erscheint extrem pünktlich ihr Support Newton Faulkner auf der Bühne. Der Brite trägt seine charakteristischen roten Dreads auf dem Kopf geknotet und hat eine Auswahl Gitarren mitgebracht. Seine Musik erinnert etwas an Ed Sheeran, seine Stimmfarbe an die der Frontmänner von Kings of Leon und The Gaslight Anthem. Bekannt ist Faulkner für die ungewöhnlichen Zupftechniken, die er beim Gitarrenspiel verwendet. Er präsentiert gern noch unfertige Songs. Das kommt gut an, auch wenn man sich seinen Sound in kleineren Clubs mit intimerer Stimmung deutlich besser vorstellen kann. Seine Ein-Mann-Version des großen Queen-Hits „Bohemian Rhapsody“ reißt auch das Publikum im Haus Auensee mit.

Nach einer halbstündigen Pause erscheint Amy Macdonald selbst mit ihrer fünfköpfigen Band vor dem roten drapierten Vorhang, und legt so stimmgewaltig wie glasklar mit dem namensgebenden Song des neuen Albums los: „Under Stars“. Diesem folgt „Don’t Tell Me That It’s Over“, die erste Single ihres Zweitwerks, „A Curious Thing“. Dem Song wurde für die Live-Version ein aussagekräftiges Gitarrensolo zugestanden. Man merkt, dass die Schottin gern mit ihrer Band zusammen spielt.

Macdonald liefert Hit um Hit, als habe sie keine Zeit zu verlieren, und irgendwie stimmt das auch: Nach der langen Phase des Wartens ist nun Service für Fans angesagt. In ihrem herrlichen schottischen Akzent wundert sie sich darüber, wie viele Menschen in das Haus Auensee passen, und bedankt sich für die anhaltende Unterstützung ihrer Anhänger. Die 29-jährige Künstlerin stimmt „Youth of Today“ an, während sie darüber sinniert, dass sie nun doppelt so alt ist wie damals, als sie den Song schrieb.

Amy Macdonald kommt sehr bodenständig rüber, sehr bescheiden und regelrecht demütig. In ihren Songs steckt von Pop und Rock über Folk und Country alles. Dabei steht sie kaum mal still, ein Energiebündel, dennoch strahlt sie gleichzeitig eine enorme Ruhe aus.

Anders an den neuen Songs ist, dass diesmal andere Musiker im Songwriting-Prozess involviert waren, Jimmy Sims und Ben Parker. Macdonald zeigt sich als Erzählerin – nicht nur durch die Songtexte, sondern auch im Kontakt mit dem Publikum. Es wirkt, als ob sie nicht nur unterhalten, sondern eine Verbindung zu den Fans aufbauen will. Amy bittet darum, die Smartphones in der Tasche zu lassen, um mehr vom Erlebnis zu haben. Und ein Erlebnis ist es wahrlich: Von einer Balladenversion von „4th of July“ über gefühlt sämtliche Hits bis hin zu den nicht weniger als fünf Zugaben, für die sie zwei Mal zurück auf die Bühne geklatscht wird, kommt das Publikum voll auf seine Kosten.

Von Miriam Heinbuch

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