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Andreas Reimann stellt „Das ganze halbe Leben“ vor

Leipziger Buchpremiere Andreas Reimann stellt „Das ganze halbe Leben“ vor

In diesen Tagen erscheint Band 3 der Andreas-Reimann-Werkausgabe. Am Donnerstag stellt der Dichter sein neues Buch in Leipzig vor – gemeinsam mit Hubertus Schmidt, denn Lieder sind ja auch dabei.

In Leipzig liebende rund lebender Dichter: Andreas Reimann.

Quelle: Andre Kempner

Leipzig. Am Anfang stand „Die Weisheit des Fleischs“. Unter diesem Titel ist in November 2011 der erste Band der Werkausgabe erschienen, Andreas Reimann bekam ihn zum 65. Geburtstag sozusagen geschenkt. Inzwischen ist er 70, da gab es die „Kontradiktionen“, und nun kommt Band 3 aus der Druckerei – am 29. Juni feiert er in Leipzig Buchpremiere, sein Titel: „Das ganze halbe Leben“.

Das Buch beinhaltet den zweiten, 1979 in der DDR erschienenen Gedichtband des in Leipzig geborenen, liebenden und lebenden Dichters, Texte aus den Jahren 1973 bis 1976. Dazu stehen die ersten 50 Lieder aus der Sammlung Hubertus Schmidt, die ebenfalls bis 1976 entstanden. Noch immer scheinen sie nicht ausgereizt. Kein einziges Wort, das flügellahm wäre oder aus der Zeit gestürzt. Von Heimatlosigkeit zur Heimat reisen die Zeilen, vom Lärm in die Stille, vom Äußersten ins Innere, zu Vätern, Söhnen und Geliebten. Und zurück.

Eintretende Ohnmacht treibt Reimann mit Worten aus dem Haus, die sehr oft sehr schön sind, doch schönlich sind sie nie. In Strophen erzählt er Geschichten. Die vom zerbrochenen Mann, die der Ausgezeichneten (nach Wolfgang Mattheuers Gemälde): „Ihr tischtuch leuchtet: wie geschliffenes eis.“ Er legt Wörter auf dem Weg wie „zeraltert“ oder „zersiegt“.

Gefühle schwanken nicht, sie beben – unter den Zweifeln oder mit der Liebe. „Wer nicht das gras wachsen hört, wird in der donnerwelt taub“, endet der „Choral“. Die Kapitel sind mit „Herkunft“ überschrieben, „Unter uns“ und „Übergang“.

Dazu die Lieder vom Kommen und Bleiben, durch die ein eigener Witz weht. „Da hab ich mir was zugelegt,/ das mir beim kuß die lippen fegt/ mit seinem scheuen, hellen bart/ und das die nacht durchkeucht wie’n gaul./ Und wenn ich den mal nicht erwart,/ ist der zum fremdgehn nicht zu faul.“ Sicher ist: „wen die Teufel nicht geritten,/ den reitet sich der Herrgott zu.“

Das ganze halbe Leben: Buchpremiere mit Andreas Reimann (Lesung) und Hubertus Schmidt (Klavier, Gesang): 29. Juni, 20 Uhr, Alte Nikolaischule (Aula), Nikolaikirchhof 2

Andreas Reimann: Das ganze halbe Leben. Gedichte. Connewitzer Verlagsbuchhandlung; 144 Seiten, 20 Euro

Von Janina Fleischer

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