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Andrzej Wajda, der Meister der Bilder, ist tot

Polnischer Regisseur Andrzej Wajda, der Meister der Bilder, ist tot

Er war einer der größten europäischen Regisseure – der Pole Andrzej Wajda. Jetzt starb der Schöpfer von Meisterwerken wie „Asche und Diamant“ 90-jährig in Warschau.

Der polnische Regisseur Andrzej Wajda.

Quelle: PAP

Warschau. Der Altmeister des polnischen Kinos, Andrzej Wajda, ist tot. Der Theater- und Filmregisseur hatte bis zuletzt gedreht – vor wenigen Monaten erst waren die Arbeiten an seinem jüngsten Werk „Powidoki“ (Nachbilder) beendet worden. Der von der Biografie des Avantgarde-Künstlers Wladyslaw Strzeminski (1893 bis 1952) inspirierte Streifen ist Polens Oscar-Kandidat für den besten fremdsprachigen Film.

Der in Suwalki in Nordostpolen geborene Wajda hatte an der Filmschule in Lodz studiert. Bereits seine ersten Filme – „Eine Generation“ (1955), „Der Kanal“ (1957) und „Asche und Diamant“ (1958) gelten bis heute als Meisterwerke und Klassiker der „polnischen Filmschule“. In diesen Filmen setzte sich der Regisseur, der selbst am Widerstand gegen die deutsche Besatzung teilgenommen hatte, mit der Kriegszeit und der Machtübernahme durch die Kommunisten nach 1945 auseinander.

Die komplizierte, dramatische Geschichte seiner polnischen Heimat prägte immer wieder Wajdas Werk. Sein Klassiker „Der Mann aus Marmor“ aus dem Jahr 1977 war eine schonungslose Kritik am stalinistischen System in Polen. „Der Mann aus Eisen“ arbeitete 1981 die Geschichte der Streiks an der polnischen Ostseeküste und das Ringen um freie Gewerkschaften auf. Abschluss der „Danziger Trilogie“ war vor drei Jahren die Filmbiografie „Walesa. Mann der Hoffnung“.

Wajda porträtierte Janusz Korczak, den Schriftsteller und Pädagogen, der mit seinen Schützlingen des Waisenhauses im Warschauer Ghetto im deutschen Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde. Mit „Das Massaker von Katyn“ (2007) setzte Wajda tausenden polnischen Offizieren, die 1940 vom sowjetischen Geheimdienst erschossen worden waren, ein Denkmal. Es war auch die filmische Aufarbeitung eines ganz persönlichen Traumas: Unter den Opfern des Massakers befand sich auch Wajdas Vater, ein Kavallerieoffizier.

Manche Kritiker warfen Wajda vor, er sei bis zum Ende des Kommunismus im Jahr 1989 zu viele Kompromisse mit den Kommunisten eingegangen. „Ich war die Stimme der Nation, die nicht frei sprechen konnte“, konterte dagegen der Regisseur. Ohne seine Filme hätte es 1980 die Freiheitsbewegung „Solidarnosc“ nicht gegeben.

Der vier Mal verheiratete Regisseur, der auch einen vorübergehenden Ausflug in die Politik machte und zwei Jahre lang als Senator für die Solidarnosc-Bewegung in der zweiten Kammer des polnischen Parlaments saß, wurde im Jahr 2000 für sein Lebenswerk mit dem Oscar ausgezeichnet. Im Jahr 2006 würdigte ihn die Berlinale mit dem Goldenen Ehren-Bären.

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Von RND/dpa

Warschau 52.2296756 21.0122287
Warschau
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