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Arminius als Asterix für Fortgeschrittene

Arminius als Asterix für Fortgeschrittene

Im Prinzip ist dies ein Historischer Roman: "Arminius - Kampf gegen Rom" erzählt vom Cheruskerfürsten, der als Geisel nach Rom gelangt, in der militärischen Laufbahn bis zum Reiterführer aufsteigt schließlich aber in Germanien, in jener berühmten Schlacht im Teutoburger Wald, von der wir vor allem wissen, dass sie nicht im Teutoburger Wald stattfand, die drei Legionen des Varus niedermetzelte.

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Thomas Fuchs: Arminius - Kampf gegen Rom Haffmans Tolkemit 340 Seiten, 19,99 Euro

Quelle: kfm

Der Titanic-Autor Thomas Koch erklärt plausibel, wie Arminius aus verletztem Stolz und Rachsucht zum Rebellenführer wird, ist historisch informiert, kann Charaktere zeichnen und Spannung aufbauen.

Aber der Titanic-Autor Thomas Fuchs wäre nicht der Titanic-Autor Thomas Fuchs, ließe er es dabei bewenden. Mit schnoddriger Sprache und verquer heutigen Bildern und Vergleichen treibt er dem Genre das Pathos aus und entwickelt auf weiten Strecken einen wunderbar schrägen Witz. Vor allem am Anfang: Da steht beispielsweise Roms Statthalter Balenus in der Ansiedlung, die später einmal Köln heißen sollte, an der Balustrade seines Palastes und ärgert sich über sangesfreudige Germanen, die nicht aufhören "Vivat colonia" zu singen. Weil die verlängerten Saturnalien ihrer Feierfreude entgegenkommen und sie den Aufstieg zur Kolonie herbeisehnen. Da winkt von Ferne Asterix, der in den besten Bänden ebenfalls aus bildungsbürgerlichem Protz und absurdem Humor seine Qualitäten entfaltet.

Und doch wird kein Schuh draus. Weil die Klammer-Konstruktion, die Arminius' alten Kumpel - und Mörder - Rango zum Erzähler macht, nicht recht aufgeht. Und weil Fuchs im Kern dann eben doch einen richtigen historischen Roman zu schreiben versuchte. Spätestens in der Varus-Schlacht wirft er die schnoddrige Leichtigkeit des Tons über Bord, die nicht taugt zur Beschreibung dieses Gemetzels.

Netter Versuch also, dieser Historische Roman für alle, die keine Historischen Romane mögen - aber letztlich doch nur Asterix für Fortgeschrittene.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2013

Peter Korfmacher

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