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Asisi präsentiert Völkerschlacht-Panorama in Leipzig - Antikriegsbild auf 3500 Quadratmetern

Asisi präsentiert Völkerschlacht-Panorama in Leipzig - Antikriegsbild auf 3500 Quadratmetern

Lennestadt/Leipzig. Seine Werke zeigen die Schönheit des Amazonas, entführen den Betrachter auf den Mount Everest oder ins antike Rom, sie lassen den Besucher einen Blick in die graue Seele der geteilten Stadt Berlin erhaschen.

Nun will der Panoramakünstler Yadegar Asisi mit „Leipzig 1813 - In den Wirren der Völkerschlacht“ den Irrsinn des Krieges darstellen. Das nach Auskunft Asisis mit 3500 Quadratmetern weltweit größte Panoramabild wird derzeit im Sauerland auf Stoffbahnen gedruckt und für die Ausstellung in Leipzig vorbereitet.

Auf 37 Bahnen mit je drei Metern Breite zeigt Asisi die Stadt nach der Schlacht. Tote und Verwundete in den Gassen und auf den Plätzen und eine fast unberührte Stadt, in deren Umgebung Feuer und Rauch aus den Nachbarorten aufsteigen. „Es ist ein Antikriegsbild“, sagt Asisi, während er vor den ersten Testausdrucken steht. In Lennestadt in Nordrhein-Westfalen schaute der Künstler den Druckern und Näherinnen über die Schulter.

„Wir haben so etwas wie eine kleine Ehe“, sagt Asisi über die Druckerei Marx und Moschner, mit der er seit Jahren zusammenarbeitet. Für Mitinhaber Raimund Marx sind die Aufträge des Künstlers Herausforderung und Innovations-Werkstatt. „Das zwingt uns immer wieder Dinge zu tun, die weltweit noch nie gemacht wurden“, sagt er. Und davon profitiert die Werbemittel-Druckerei mit 80 Beschäftigten. „Dabei machen wir Erfahrungen, die uns auch bei unseren konventionellen Kunden wie der Modebranche oder Autoindustrie helfen.“

Während Näherin Veronika Löwen an ihrer Maschine steht und die federleichten langen Stoffbahnen abnäht, schaut ihr Asisi über die Schulter. „Ich sehe ja hier immer nur einen Ausschnitt“, sagt die 30-Jährige und erzählt dann von einem Besuch im Berliner Mauerpanorama Asisis: „Das sieht dann ganz anderes aus, wenn man das Ganze sieht. Richtig real, nicht mehr wie die Stoffbahnen, die ich hier nähe.“

Ab dem 3. August ist die Arbeit zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht im Leipziger Gasometer zu sehen. Asisi, der selbst in Leipzig aufgewachsen ist, hofft, dass es den Blick der Menschen auf die Geschichte verändern wird. „Die Völkerschlacht kennt jeder, aber was da wirklich passiert ist, weiß man nicht“, sagt er, während er die ersten Stoffbahnen befühlt.

Vier Jahre hat Asisi mit seinem Team an dem Panorama gearbeitet. Es wurden weit über hundert Statisten ausstaffiert, Szenen nachgestellt und fotografiert. Die Bilder wurden dann mit Tausenden Detailaufnahmen der Stadt kombiniert und bearbeitet. „Das ist schon fast ein Aufwand wie für einen Film“, sagt Asisi. Die Kosten habe er noch nicht ausgerechnet, aber auf „eine bis eineinhalb Millionen Euro“ werde er wohl kommen.

„Das könnte ich nicht finanzieren, wenn nicht so viele Menschen in die Ausstellungen kommen würden“, sagt Asisi, der bereits an den nächsten Projekten arbeitet. Unter anderem „Ground Zero“ hat sich der Panoramakünstler vorgenommen. Aber dabei werde man nicht das sehen, was man zunächst erwarte. Über das Projekt habe er jüngst mit Michelle Obama gesprochen, die er bei einem Besuch des Mauerpanoramas in Berlin getroffen hat.

Jörg Taron, dpa

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