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Auf ins 21. Jahrhundert: Mendelssohn-Haus Leipzig erfindet sich neu – Eröffnung im Februar

Auf ins 21. Jahrhundert: Mendelssohn-Haus Leipzig erfindet sich neu – Eröffnung im Februar

Das Mendelssohn-Haus nähert sich dem Tag X: Am 3. Februar wird das Museum für den ehemaligen Gewandhaus-Kapellmeister und Komponisten der Romantik nach einem Dreivierteljahr Umbauarbeiten neu eröffnet.

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Das Mendelssohnhaus in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Für rund 1,5 Millionen Euro wurde die Ausstellung erweitert. Höhepunkte sind eine eigens gefertigte Paternostervitrine und ein Raum, der Laien spielerisch zum Dirigieren einlädt.

„Das ist jetzt noch eine ordentliche Herausforderung. Aber bis zum 3. Februar wird alles stehen“, sagt Sprecherin Franziska Franke-Kern gegenüber LVZ-Online. Statt direkt mit der Tür ins historische Treppenhaus zu fallen, kommen die Besucher jetzt an der Stirnseite in das ehemalige Wohnhaus Felix Mendelssohn Bartholdys, der mit Unterbrechungen von 1835 bis zu seinem Tod im Jahr 1847 in Leipzig lebte. Das Erdgeschoss, das die Universität früher als Bibliothek nutzte, steht nun komplett dem Museum zur Verfügung.

Jeder ist Dirigent im Effektorium

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David Timm bei den Aufnahmen fürs interaktive Effektorium im Mendelssohn-Haus.

Quelle: Dirk Knofe

Dort finden die Gäste dann nicht nur einen modernen Eingangsbereich mit Gelegenheit für eine Kaffeepause. Musikalisch nähern sich die Gäste mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts dem Werk Mendelssohns. Deutschlandweit einmalig ist das Effektorium, in dem Laien selbst zum Taktstock greifen, und ein digitales Orchester zu weltlichen und geistlichen Musikstücken von Mendelssohn Bartholdy dirigieren können. 13 Lautsprecher verkörpern je eine Instrumentengruppe.

Das Effektorium ist nicht nur technisches Wunderwerk, sondern auch eine Hommage an den Erneuerer Mendelssohn: Als erster seiner Zeit überließ der Verehrer von Haydn- und Bach-Musik es nicht mehr dem Konzertmeister, mit seiner Geige vom Pult aus die Aufführung zu leiten. Mendelssohn führte dagegen das Orchester mit dem Taktstock selbst. „In diesem Sinne gilt er als der erste moderne Chefdirigent des Gewandhausorchesters“, erklärt das Museum.

Eintritt frei am Eröffnungstag

Speziell im Stil des 19. Jahrhunderts gefertigte Ausstellungsmöbel in schwarzem Klavierlack schaffen auch im Erdgeschoss schon den Übergang zur Zeit des Komponisten. Herausragend ist die Paternostervitrine, in der 40 außergewöhnliche, und zum Teil sehr persönliche Mendelssohn-Exponate rotieren werden. Zu Einzelheiten wollte sich das  Mendelssohn-Haus noch nicht äußern.

Mit dem Geld für die Neukonzeption, das überwiegend aus Bundes- und Landesmitteln, von der Stadt Leipzig und der Mendelssohn-Stiftung kommt, wurde auch ein Erlebnisraum für die jüngsten Besucher geschaffen. Im Gartenhaus können sich Kinder mit Alltagsutensilien und Kostümen ins 19. Jahrhundert hineinleben.

Im ersten Stock des Hauses in der Goldschmidtstraße 12 finden die mehr als 40.000 Besucher pro Jahr auch künftig die vertrauten, historisch ausgestatteten Wohnräume der Komponistenfamilie und den Konzertsaal vor. Geschenk zum Eröffnungstag: Nach den offiziellen Feierlichkeiten ist am Nachmittag für alle der Eintritt frei.

Evelyn ter Vehn

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