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Kultur „Auguste Rodin“ – Vom Ringen um die Kunst
Nachrichten Kultur „Auguste Rodin“ – Vom Ringen um die Kunst
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00:00 30.08.2017
Besessen von seiner Kunst: Auguste Rodin ist ein schwieriges Genie. Der Schauspieler Vincent Lindon stellt sein Charisma aus. Quelle: Centralfilm
Hannover

Auguste Rodin (Vincent Lindon) ist bereits 40, als er 1880 seinen ersten Staatsauftrag erhält. Und der hat es in sich. Das von Dantes „Göttlicher Komödie“ inspirierte „Höllentor“, vorgesehen als Bronzeportal für den Eingang zum neuen Kunstmuseum im Louvre, soll zu Rodins Hauptwerk werden. Mit einer schnellen Fertigstellung ist nicht zu rechnen. Eine Zeit rastlosen Schaffens beginnt.

Das Genie und die Frauen

Rodin arbeitet parallel auch noch an anderen Aufträgen. Zudem tritt seine Schülerin und spätere Geliebte Camille Claudel (Izïa Higelin) in sein Atelier und sein Leben, für die er seine langjährige Partnerin Rose Beuret (Séverine Caneele) nicht aufgeben will. Da bleibt privater, aber auch künstlerischer Stress kaum aus.

Das Biopic von Jacques Doillon präsentiert sich als impressionistischer Streifzug durch das Leben und Wirken des Bildhauers, der als Wegbereiter der modernen Skulptur gilt. Dabei nimmt der Regisseur den Zuschauer nicht immer mit. Es ist oft schwer einzuschätzen, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Episoden vergangen ist.

Für diesen Film ist Vorwissen von Vorteil

Manches ist ohne einschlägige Vorkenntnisse kaum einzuordnen. Häufig knetet der Meister an Tonfiguren herum und vernascht ihm Modell liegende Frauen nach Feierabend. Schwerpunkte bilden die problematische Beziehung zu seiner Muse und Kollegin Camille Claudel, die sich in seinem Schatten künstlerisch nicht wahrgenommen fühlt, sowie das von Selbstzweifeln begleitete Ringen um eine Balzac-Statue.

Immerhin gelingt es Charakterkopf Vincent Lindon („Der Wert des Menschen“), Rodin physische Präsenz zu verleihen. Auch der nicht einfache Charakter des Genies wird erkennbar. Rodin arbeitete bis zu seinem Ende am „Höllentor“. Der erste Bronzeguss aber entstand erst nach dem Tod des am 17. November 1917 gestorbenen Meisters.

„Auguste Rodin“
, Regie: Jacques Doillon, 119 Minuten, FSK 6

KINO

Von Jörg Brandes / RND

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