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Kultur „Avatar“ - Camerons Ausflug in die dritte Dimension
Nachrichten Kultur „Avatar“ - Camerons Ausflug in die dritte Dimension
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11:17 16.12.2009

Dieser blauhäutige Avatar, eine gentechnische Kreuzung aus Mensch und Ureinwohner des Planeten Pandora, wird mental von einem an den Rollstuhl gefesselten Ex-Soldaten (Sam Worthington) gesteuert. Doch mit schnellen Schritten entflieht das Hybridwesen in die Wildnis. Bei diesem flotten Spurt wirbelt es kleine Steinchen auf, die dem Zuschauer wie Hagelkörner ins Gesicht zu fliegen scheinen.

Mit seinem in Stereo 3D gefilmten Actionabenteuer „Avatar - Aufbruch nach Pandora“ entführt der amerikanische Autor, Erfolgsregisseur und Produzent James Cameron („Titanic“, „Terminator“, „True Lies“) den Zuschauer nicht nur in eine faszinierende, fremde Welt, sondern revolutioniert das Seherlebnis im Kino: wagemutig, wundersam, wirklichkeitsgetreu.

Die Idee zu diesem Filmprojekt, für das ein Universum aus außerirdischen Ureinwohnern, Tieren und Pflanzen erschaffen wurde, hat der 3D-Pionier bereits vor 15 Jahren entwickelt. „Unsere Vorstellungen gingen weit über das hinaus, was damals technisch möglich war“, berichtete Cameron bei seinem Deutschlandbesuch vor Journalisten in Berlin.

Daher musste der Oscar-gekrönte Regisseur sein Vorhaben für knapp zehn Jahre auf Eis legen. Erst 2005 sah er durch ein neues Motion-Capture-System die Chance, seine Vision zu verwirklichen. Dieses Verfahren erlaubt es, mit einer kleinen Kamera, die an einem Spezialhelm befestigt ist, jede Mimik, Muskel- und sogar Augenbewegung der Schauspieler aufzunehmen. „Dies ist kein Animationsfilm, bei dem die Schauspieler den Figuren nur ihre Stimme geliehen haben“, versicherte Cameron. „Jede einzelne Nuance und jedes Achselzucken, das wir auf der Leinwand sehen, haben die Schauspieler kreiert.“

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_211]Zur Mission des Militärexperten in der Avatar-Hülle gehört es, die Ureinwohner von Pandora auszuspionieren, weil sie den Menschen bei der Gewinnung wertvoller Rohstoffe im Wege sind. Doch als ihm die junge Häuptlingstochter (Zoë Saldana) das Leben rettet, beginnt er die Lebensweise des Naturvolkes zu respektieren und wird nach verschiedenen Prüfungen von dem Stamm aufgenommen und kämpft für deren Überleben schließlich gegen seine eigene Armee.

Zu den größten Herausforderungen bei der Produktion gehörte es, die Action-Szenen mit den realen Schauspielern in 3D aufzunehmen. Dafür wurde ein spezielles digitales 3D-Kamerasystem entwickelt. Während für die Innenaufnahmen gigantische Sets in Neuseeland gebaut wurden, entstanden alle Außenaufnahmen am Rechner, was eine aufwendige digitale Bildbearbeitung in Peter Jacksons ("Herr der Ringe") Postproduktionsschmiede Weta Digital in Wellington erforderte.

Mit seinem Fantasy-Epos „Avatar - Aufbruch nach Pandora“ ist Cameron ein visuelles und technisches Meisterwerk gelungen. Dank der ausgeklügelten Technik wirken selbst die computergenerierten Charaktere derart menschlich, dass sie problemlos als Darsteller akzeptiert werden - allen voran Sigourney Weaver als Dr. Grace Augustine. Emotional erreicht „Avatar“ aufgrund der actionlastigen Story zwar längst nicht den Tiefgang von „Titanic“, besticht dafür aber durch einen ungewöhnlichen Genre-Mix aus Science-Fiction, Fantasy und Indianer-Film mit der durchaus ernst zunehmenden Botschaft, dass der Ausbeutung der Natur Grenzen gesetzt werden müssen.

(Avatar, USA 2009, ca. 166 Min., FSK 12, von James Cameron, mit Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver, Michelle Rodriguez und Giovanni Ribisi,)

Holger Günther / Birgit Heidsiek, dpa

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