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Badewannenrennen in Leipzig: Trübe Aussichten für ein buntes Spektakel?

Badewannenrennen in Leipzig: Trübe Aussichten für ein buntes Spektakel?

Vergangenen Juli fand die 20. Auflage des Badewannenrennens statt, die Régates de Baquet des soziokulturellen Zentrums Nato. Doch wie viele der nassfröhlichen Feste werden dort noch folgen? Keine, wenn es nach dem Leipziger CDU-Bundestagsmitglied Thomas Feist geht: Der Wasserspaß lasse sich nicht mit der Würde des Denkmals vereinen.

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Feucht-fröhliches Vergnügen vor dem Völkerschlachdenkmal: das Leipziger Badewannenrennen in seiner 20. Auflage.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Ausweichquartier? Wird auch schwierig...

Schließlich gibt es noch mehr Leipziger Bundestagsabgeordnete mit Profilierungsbedarf: Als im August die Messe den See auf ihrem Gelände als alternativen Regatten-Ort vorschlug, bremste Bettina Kudla (CDU) mit der Begründung: Die Messe dürfe nicht lächerlich gemacht werden. War es das für die Traditionsveranstaltung mit selbstgebauten Booten und kostümierten Matrosen? Aber nicht doch. Wir haben schon mal in die Debatte hineingehört, die im kommenden Jahr bis zum Renntermin im Juli tobt.

Januar: Im Centraltheater laufen die Planungen für den angestrebten Umbau des Saals in eine Arena, die einem Amphitheater ähneln soll. „Das kann man auch mit Wasser füllen", verkündet Intendant Sebastian Hartmann und lädt das Badewannenrennen ins Centraltheater. Das neue Arrangement will Hartmann gleich nutzen, um eine Jules-Verne-Adaption auf die Bühne zu bringen: „Meine 20 000 Meilen unter dem Meer". Kudla protestiert: Das Theater dürfe nicht lächerlich gemacht werden.

Februar: Der Zoo wird ins Spiel gebracht. Im Gondwanaland verfügt er ebenfalls über Wasserflächen – noch dazu regensicher überdacht. Zoodirektor Jörg Junhold rechnet schon die Besucherzahlen für 2013 mit der Extra-Veranstaltung hoch. Ein Tierpfleger bremst die Euphorie: Der zahnreiche Sunda-Gavial, eine Krokodil-Art, müsste für den Zeitraum der Veranstaltung ausgelagert werden. Junhold: „Vielleicht im Becken vor dem Völkerschlachtdenkmal ..." Kudla empört: Der Sunda-Gavial dürfe nicht lächerlich gemacht werden.

März: Die Sportbäder GmbH reagiert und bietet das Sportbad an der Elster. Problem: Die kreativen Bootskonstruktionen passen nicht durchs Drehkreuz. Ohnehin beendet die Nato die Hallendebatte: „Das Badewannenrennen ist eine Freiluftveranstaltung und das soll auch so bleiben." Kudla reagiert sofort: Die Freiluft dürfe nicht lächerlich gemacht werden.

April: Die Freibad-Saison steht an. Die Leipziger aber gehen bekanntlich lieber an den See, wieder droht ein Sommer mit verwaisten Becken und gelangweilten Bademeistern. Deshalb der Vorschlag aus dem Rathaus: Das Badewannenrennen soll im Nichtschwimmerbereich des Schreberbads stattfinden. Dann ist wieder was los im Pool und die Besucherstatistik steigt. Kudla lässt mitteilen: Die Bademeister dürften nicht lächerlich gemacht werden.

Mai: Bei der CDU laufen entrüstete Eltern Sturm: Immer mehr Sprösslinge verweigern das Wannenbad mit der Begründung, sich nicht lächerlich machen zu wollen.

Juni: Nichts tut sich. Anton (7 Jahre) aus Gohlis meldet sich bei der Nato und bietet sein aufblasbares Schwimmbecken im Garten als Austragungsort an. „Aber nur, wenn wirklich niemand reinpullert!" Das kann die Nato nicht garantieren. Die Suche geht weiter.

Juli: Die Stadt Halle meldet sich. Dort hat man von der fröhlichen Gaudi-Regatta gehört. Bürgermeister Bernd Wiegand: „Gern bieten wir dem Badewannenrennen eine neue Heimat auf unseren Gewässern und holen das Spektakel nach Halle." Kudla empört: Halle dürfe nicht lächerlich gemacht werden. Feist, sehr empört: Es könne nicht sein, dass Halle der Stadt Leipzig eine Traditionsveranstaltung raube. Es müssten alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, dass das Badewannenrennen in Leipzig bleibt. Feist schlägt das Becken am Völkerschlachtdenkmal vor.

14. Juli: Die 21. Régates de Baquet findet vor dem Völkerschlachtdenkmal statt – und wird auch in Zukunft dort bleiben.

Dimo Rieß

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