Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur Baugeschichte virtuell erlebbar - Museumsbesuch mit 3D-Blick
Nachrichten Kultur Baugeschichte virtuell erlebbar - Museumsbesuch mit 3D-Blick
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:29 06.10.2016
Projektentwickler Simeon Conzendorf (l) und Sebastian Koenig von "blendFX" mit Virtual-Reality-Brillen in der Hauptmannstube auf Schloss Rochlitz (Sachsen). Quelle: dpa
Anzeige
Rochlitz

Eben noch steht man vor einer unverputzten Steinwand, die einen alten Kamin erahnen lässt. Einen Wimpernschlag später lodert darin ein prasselndes Feuer und der Besucher befindet sich im Jahr 1160. Möglich wird diese Zeitreise auf Schloss Rochlitz (Landkreis Mittelsachsen) durch eine sogenannte VR-Brille (Virtual Reality).

Mit der Brille auf der Nase, in die ein Smartphone eingesetzt wird, greift man auf eine App zu, die zum virtuellen 3D-Blick in die Hauptmannsstube einlädt. Mithilfe der Augen navigiert der Museumsbesucher durch die Epochen und erlebt 800 Jahre Baugeschichte live. „Wir haben den Raum sozusagen virtuell saniert, so dass wir verschiedene Epochen zeigen können“, sagte Christian Striefler, Direktor der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, bei der Projektvorstellung am Donnerstag.

So müsse man sich anhand der verschiedenen historischen Befunde - angefangen bei der Romanik im 12. Jahrhundert über die Gotik und Renaissance bis hin zur Neuzeit - nicht für eine Zeit entscheiden, sondern könne alle zeigen, ergänzte Museologe Frank Schmidt. Kleine Gags wie ein Ratte unter dem Herd der Renaissance oder eine Taube, die auf der romanischen Fensterbank landet, machen das neue Angebot auch für kleine Besucher zum Erlebnis.

Zunächst sei die Anschaffung von vier Brillen geplant. Starten soll das Pilotprojekt demnach im April 2017. Eine Evaluierung soll klären, wie die VR-Brille bei den Besuchern ankommt. Erste Tests mit Kindern seien sehr positiv verlaufen.

Zudem gebe es bereits Überlegungen, die Brille auch für weitere Einrichtungen wie Schloss Weesenstein (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) zu adaptieren, sagte Striefler. Im Museumsbereich sei das Projekt bislang deutschlandweit einzigartig.

Technisch umgesetzt haben die Idee zwei Leipziger. Dafür wurde der Raum in der jeweiligen Epoche in 3D rekonstruiert und dann mit interaktiven Elementen versehen, erläuterte Sebastian König von der Firma blendFX. Die Kosten beliefen sich einschießlich der Bauforschung auf rund 40 000 Euro, hieß es.

LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur Hommage an die früheren Jahre - Rolling Stones kündigen Blues-Album an

Gerüchte gab es schon länger, jetzt ist es bestätigt: Die Rolling Stones bringen ein neues Studioalbum heraus. Es ist eine Rückkehr zu ihren Anfängen.

06.10.2016

Vom 6. bis zum 15. Oktober findet in den Promenaden am Leipziger Hauptbahnhof das Street-Art-Festival statt. Das Motto der Veranstaltung ist „schnell, direkt, urban“.

06.10.2016

Ein neues Buch versammelt Gespräche über „Lyrik nach 1989“ und den Umgang der Dichter mit Sprache, Politik, Geschichte. Sie wurden jeweils 1994 sowie nach 2000 befragt – und die Spur führt auch in die Gegenwart.

06.10.2016
Anzeige