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Beflügelnde Zwiesprache mit dem Publikum - Bobby McFerrin in Leipzig

Beflügelnde Zwiesprache mit dem Publikum - Bobby McFerrin in Leipzig

Selbst die kurzfristig freigeschalteten Plätze auf der Orgelempore im lange ausverkauften Großen Gewandhaus-Saal sind voll besetzt - von dort schaut man zwar von hinten auf die Bühne, kann am Dienstagabend aber genauso ein Phänomen erleben, das mit Attributen wie "Vokalakrobat", "Stimmwunder" oder "The Voice" überschüttet wird: Nach einem ersten Auftritt 2011 ist der unvergleichliche Bobby McFerrin ein weiteres Mal mit einem Soloabend beim Internationalen Festival für Vokalmusik "a cappella" Leipzig zu Gast.

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Bobby McFerrin im Bachmuseum.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Zwei Stunden später möchte man dem Sänger, der sein Publikum vom ersten Ton an verzaubert und verblüfft, der mit seinem gewaltigen Stimmumfang Melodien und satte Sounds produziert, der improvisiert, dass es eine Lust ist, einen weiteren Beinamen verpassen: Ein Botschafter des Musizierens ist Bobby McFerrin.

Was er so virtuos vorführt, fährt dem Zuhörer sofort in die eigenen Glieder und kitzelt die Stimmbänder. Es geht gar nicht anders: Mitsingen, mitschwingen, mitklingen möchte man. Und man darf. So hält der Stimmgigant beflügelnde Zwiesprache mit seinem Publikum: Toll klingt es, wenn der rappelvolle Saal McFerrins Vorgaben echot. Und es macht so einen Heidenspaß. Dabei ist McFerrin vollkommen unprätentiös und uneitel, wenn es um seine Person geht. Nur in Sachen Musik kennt er kein Pardon: Dann wiegelt er den nach jedem Titel aufbrausenden Beifall mit einer Handbewegung ab - und macht weiter.

Diesmal ist er nicht alleine auf der Bühne. Mit ihm agiert der großartige Perkussionist Tupac Mantilla, der seinen Leib als Resonanzkörper, alle Gliedmaßen als Schlaginstrument benutzt und so unendlich viel mehr kann als nur zu klatschen, schnipsen oder stampfen. Denn, so erklärt McFerrin später: "Die Stimme ist die Mutter der Musik. Die Trommel ist ihr Vater."

Auch die sechs jungen Damen an McFerrins Seite, die auf den ersten Blick aussehen, als hätte man sie willkürlich aus der Garderobenschlange herausgepickt, entpuppen sich als wahre Stimm- und Improvisationswunder: Intuitiv nehmen sie McFerrins tönende Ideen auf, wandern mit ihm phantasie- und klangvoll über alle denkbaren Genregrenzen. Dabei wurden sie McFerrin erst 20 Minuten vor Konzertbeginn erstmals vorgestellt, eine gemeinsame Probe gab es nicht. Insider haben die herzerfrischenden Mädchen längst erkannt, allen anderen stellen sie sich später als Vokalensemble Sjaella mit Cesar Bresgens "Oh du stille Zeit" vor.

Zwei Damen aus den vorderen Parkettreihen brauchen dieses Jahr kein Weihnachtsgeschenk mehr, denn sie dürfen mit dem Star singen: McFerrin liefert ihnen hinreißende vokalakrobatische Begleitungen. Als er jemanden für einen "Interpretativtanz" sucht, erntet er dafür erst verlegenes Gelächter, bis sich eine junge Frau aus dem Rang auf die Bühne traut - ihr anmutiger, bezaubernder Tanz wird mit McFerrin, Sjaella und Mantilla zum Höhepunkt des Abends.

Schließlich steht McFerrin dann doch allein vor seinem Publikum und erfüllt musikalische Wünsche, bevor er sich unmissverständlich verabschiedet. Da hat er jedoch die Rechnung ohne das Leipziger A-cappella-Publikum gemacht: Aus Jubel wird hartnäckiges Dauerklatschen, das den Ausnahmekünstler noch einmal auf die Bühne holt.

A-cappella-Festival heute: 20 Uhr, Reformierte Kirche: Cuncordu e Tenore de Orosei, Italien. Restkarten: Abendkasse

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2014

Birgit Hendrich

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