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Benefizkonzert für die Flutopfer - Mitarbeiterin des Gewandhauses ist doppelt betroffen

Benefizkonzert für die Flutopfer - Mitarbeiterin des Gewandhauses ist doppelt betroffen

Einst eingebettet in malerische Landschaft gleicht Höfgen dieser Tage einem Trümmerfeld. Treibgut türmt sich zu Müllbergen. Schlammmassen überziehen ganze Straßenzüge.

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Sonja Epping demonstriert das Ausmaß der Katastrophe in Höfgen auf einem Bildschirm.

Quelle: Wolfgang Zeyen

"Die Idylle, in die ich vor einem Jahr zog, ist weg", erzählt Sonja Epping. Betroffen von der Flut, respektive beteiligt, ist sie gleich zweifach - als Anwohnerin sowie als Leiterin des Konzertbüros im Leipziger Gewandhaus, wo am Samstagabend ein Benefizkonzert zugunsten der Aktion "Sachsen helfen Sachsen" aufgeführt wird.

Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sowie der Dirigentschaft von Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly spielt das Gewandhausorchester Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy. Eines der Werke - das 2. Klavierkonzert - wird eigens für den Anlass einstudiert. Das Besondere: Jeder Gast bestimmt den Ticketpreis selbst und legt somit individuell fest, wie hoch die finanzielle Hilfe für die Flutopfer ausfällt. "Die Idee zum Benefizkonzert folgt einer langen Tradition. Bereits nach der ersten Jahrhundertflut gab es eine derartige Veranstaltung. Auch nach der Japan-Katastrophe organisierten wir einen Abend", so Epping.

Die 43-Jährige versucht es zu trennen: die Arbeit als Mit-Organisatorin des Benefizkonzerts und die persönlichen Erlebnisse am Anfang des Monats. Leicht ist das nicht. Im Rückblick beschreibt Epping die Stunden und Tage als befremdlich, in denen die Bewohner das Wasser im Minutentakt haben näher kommen sehen. Auch ihr Haus befindet sich auf einem der überfluteten Grundstücke.

Drei Wochen sind seither vergangen. Bestürzt sei sie, weil sie miterleben musste, was es bedeuten kann, über Nacht die Existenz zu verlieren. Das Anwesen, auf dem die gebürtige Rheinländerin mit ihrer Mischlings-Hündin Peri lebt, hat den Wassermassen standgehalten. Gleichfalls das Gros des Inventars, das weiterhin ein Übergangs-Dasein in der oberen Etage fristet. Vor dem Umzug zurück ins Erdgeschoss stehen zunächst einmal vierwöchige Bauarbeiten an. So muss etwa die untere Ebene trockengelegt werden, wie Epping erklärt. Ursprünglich hinausgezogen sei sie damals, weil das Leben im Grünen einfach entspannter ist. Bis zu jenem ersten Juni-Wochenende.

"Angst bekam ich, als die Sirenen uns Bewohner auf die erhöhte Gefahrensituation aufmerksam machten." Fortan hieß es: anpacken. Bevor die Flut ganze Dörfer verschlang und auch jetzt, Wochen, womöglich Monate danach.

"Wollte man dem Ganzen dennoch etwas Positives abringen", sagt Epping, "so ist es der erstaunliche Zusammenhalt unter den Menschen. Diese Verbundenheit beeindruckt mich bis heute zutiefst." Ohne die Unterstützung von Nachbarn und Helfern, die etwa den Flügel aus dem Haus schafften, bevor sie den Hof verbarrikadierten, könnte sie nicht so gefasst über all das sprechen. Mehr denn je verstehe sie nun, wie essenziell es ist, auch dann noch Hilfe zu leisten, wenn das Schlimmste längst überstanden ist. Juliane Lange iBenefizkonzert; 29. Juni, 20 Uhr. Tickets gibt es ausschließlich an der Gewandhauskasse.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.06.2013

Juliane Lange

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