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Best of-CD auf der Parkbühne - Foreigner bespielen Leipziger Parkbühne

Best of-CD auf der Parkbühne - Foreigner bespielen Leipziger Parkbühne

Schwüle überm Clara-Zetkin-Park. Die Wolken dunkeln. Ein Keyboard schwimmt los. Auf der Bühne nebelt es. Aha, 80er Jahre. Der Dunst ist inzwischen verpönt. Außer in fröhlichen TV-Shows.

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Foreigner: Sänger Kelly Hansen (r.) mit Gitarrist Bruce Watson.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Außer bei Foreigner. Eine Band auf dem andauernden Revival-Trip. Neue Songs nimmt niemand wahr. Wer zu Foreigner geht, der will alte Hits hören. Sind ja auch eine Menge wirklicher Rock'n'Roll-Perlen dabei. Muss man schon zugeben. Die spielen Foreigner mit ziemlicher Energie. Da ist selten was verspielt, verwandelt oder verkompliziert. Da lebt in den Songs der alte Geradeaus-Rock weiter.

Wenn Kelly Hansen, seit 2005 der Sänger von Foreigner, auf die Bühne stürmt, dann geht's los. Eröffnung mit "Double Vision", noch etwas mit Handbremse. "Head Games" als erster Losgeher, die Gitarreros marschieren über die Bühne, die Gitarren kreischen, der Rhythmus stampft - und vom Himmel regnet es erst einmal Bindfäden.

Die Laune auf der dicht an dicht gefüllten Parkbühne kühlt sich nicht ab. Heißer Tag, heiße Band, da kommt ein bisschen Abkühlung irgendwie genau richtig. "Cold As Ice" passt. Es wird gesungen, geklatscht, gefeiert. Dann bittet Kelly Hansen zur Beruhigung. "Waiting For A Girl Like You", der Superhit, überm kuscheligen Keyboard-Teppich. Ein paar zaghafte Lichtflecken an der Wand sollen wohl Stimmung machen.Die Akustik ist schlichtweg exzellent.

Dann kommt Mick Jones, Gründer von Foreigner und Haupt-Songschreiber, auf die Bühne. Ein paar harte und helle Riffs. "Dirty White Boy" mit verlängertem Gitarren-Solo. Mick Jones spielt es lässig herunter. Wieder Wechsel. Das mögen Foreigner offenbar. Auf schnell folgt langsam, auf Kracher eine Ballade. Jetzt auch mal ohne Drums, dafür mit Saxophon von Thorn Gimbel.Klingt gut. Es nebelt, die Lichter geben grün und orange dazu: "Say You Will", "That Was Yesterday", "Feels Like The First Time". Da gibt es schon einmal ein paar Rhythmuswechsel, die ein bisschen holpern. Der Regen fällt ein, als ein langes Gitarren-Intro zu "Urgent" wird. Alles ruft, wenn Kelly Hansen mit dem Zeigefinger zum Rufen auffordert. "Urgent" klingt nicht gerade wie von der Best-of-CD, Foreigner trauen sich ein paar kleinere Variationen. Da sind sie bei anderen Songs doch sehr zaghaft.

Von einem so langen wie langweiligen Keyboard-Drums-Solo wird gleich darauf niemand verschont. Es blitzt. Zeus wird's wohl auch nicht gefallen haben. "Juke Box Hero" mit sofort laut beklatschter Anfangszeile "Standing in the Rain ...", allerdings unendlich gedehnt und verziert. Was ja nun ziemlicher Quatsch ist. Der Song ist einfach zu gut. Der haut rein. Der braucht kein buntes Einwickelpapier. Der braucht nur kräftige Gitarrenriffs.

85 Minuten sind herum, die Show zu Ende. Drei eingeplante Zugaben noch, dann reicht's. Noch einmal wippen Hände zu "I Want To Know What Love Is" und "Hot Blooded", dann war's das nach 100 Minuten. Da hatte sich Bruce Springsteen letztens im Stadion gerade erst eingespielt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.07.2013

Norbert Wehrstedt

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