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Bewegender Abschied von Maler Willi Sitte in Halle

Bewegender Abschied von Maler Willi Sitte in Halle

Mit einer bewegenden Trauerfeier haben Familie und Wegbegleiter Abschied von Maler Willi Sitte genommen. Auf den Friedhof nahe seines Wohnhauses in Halle kamen am Donnerstag rund 300 Menschen, darunter Angehörige der Kunst-, Hochschul- und Medienszene.

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Ein großes Bild neben seinem mit Rosen bedeckten Sarg zeigt Willi Sitte mit Pinsel und Farbe bei der Arbeit. Familie und Freunde nahmen am Donnerstag in Halle Abschied.

Quelle: dpa

Halle. Sitte war am 8. Juni im Alter von 92 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Der Maler und Grafiker galt als einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler - und zugleich als einer der umstrittensten. Seine Bilder sind Hauptwerke des sozialistischen Realismus. In Westdeutschland machte er spätestens durch die Teilnahme an der documenta 6 (1977) in Kassel auf sich aufmerksam.

In der mit großen Kerzen beleuchteten Trauerhalle lagen am Sarg des Malers viele Gebinde und Blumen, darunter weiße Lilien und Rosen, rote Nelken und Sonnenblumen. „In stiller Trauer“, „Wir nehmen Abschied“ oder „Unbeugsam, unvergessen“, war auf Schleifen zu lesen. Musik von Johann Sebastian Bach umrahmte die Trauerfeier.

„Willi Sitte wird wieder zunehmend in seiner Bedeutung als großer deutscher Künstler anerkannt“, sagte Jürgen Weißbach, Vize-Vorsitzender des Kuratoriums der Willi-Sitte-Stiftung für Realistische Kunst.

Von 1974 bis 1988 war Sitte Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR und saß zeitweilig im Zentralkomitee der SED. Kritiker hatten ihm nach dem Fall der Mauer seine Vergangenheit als Kulturfunktionär vorgeworfen.

Bekannt sind vor allem seine großformatigen Bilder von Paaren und mit Arbeitermotiven. Neben Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke war Sitte einer der international bekannten Vertreter der Bildenden Kunst in der DDR.

Gezeichnet habe Sitte von Kindheit an. Von seiner Jugend an sei er auch ein überzeugter Kommunist gewesen, sagte Weißbach. „Das hat ihm 1990 Schmähungen und Anfeindungen, aber auch tiefen Respekt eingebracht“, sagte er. „Er lebt in unseren vielfältigen Erinnerungen fort. Seine Kunst aber wird selbst unsere Erinnerungen überdauern“, sagte Weißbach. Sitte und seine Familie hatten nach der Wende der Stiftung Gemälde, Zeichnungen, Radierungen, Druckgrafiken und Skizzen aus mehr als 60 Jahren Schaffenszeit überlassen. In Merseburg in Sachsen-Anhalt entstand damit auch die Willi-Sitte-Galerie.

Petra Buch, dpa

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