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Breitestes Grinsen der Musikgeschichte: Mungo Jerry in Leipzig

Geyserhaus-Parkbühne Breitestes Grinsen der Musikgeschichte: Mungo Jerry in Leipzig

Das breiteste Grinsen der Musikgeschichte gehört zu Mungo Jerry wie sein Welthit „In the Summertime“. Mit verschwenderischer Freude hat er am Samstagabend die Zuschauer auf der Parkbühne des Geyserhauses angestrahlt.

Leidenschaftlicher Musiker und Entertainer: Ray Dorset in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Das breiteste Grinsen der Musikgeschichte gehört zu Mungo Jerry wie sein Welthit „In the Summertime“. Mit verschwenderischer Freude hat er am Samstagabend die Zuschauer auf der Parkbühne des Geyserhauses angestrahlt und offenbar gar nicht bemerkt, wie hochgradig ansteckend sein Grinsen wirkt. Einmal kurz die markante Zahnlücke präsentiert, schon kichert und giggelt und lacht das Publikum vergnügt. Der Gute-Laune-Pegel ist ganz oben, bevor der erste Ton erklingt.

Tiefenentspannt und pünktlich auf die Minute betritt Sänger Ray Dorset, der kreative Kopf hinter Mungo Jerry, die Bühne. Nur um kurz darauf eine Runde durchs Publikum zu drehen und einige Fans mit Handschlag zu begrüßen. Selten hat etwas so gut zusammen gepasst wie der Bluesrock-Veteran und das Ambiente der Parkbühne. Ein lauschiger Sommerabend, die familiäre Atmosphäre in dem wunderschön gestalteten Open-Air-Areal und dazu der handgemachte Rock von Mungo Jerry. Südstaaten-Feeling mit einer Band, die nur aus Briten besteht.

Stilecht mit Afro, Kotletten und Cowboy-Boots steht Ray Dorset da, als sei kein Tag seit den 1970ern vergangen. Genau 45 Jahre ist es her, dass er mit „In the Summertime“ weltberühmt wurde. Seitdem hat er nie aufgehört, Musik zu machen. In Leipzig spielt Mungo Jerry die alten Hits ebenso wie neue Songs und zeigt, was noch immer in ihm steckt. Nicht nur ein großartiger Entertainer, sondern auch ein leidenschaftlicher Musiker. Mit Keyboarder Toby Hounsham liefert er sich Impro-Duelle um das beste Solo, während Bassist Jon Playle und Drummer Bob White mit unerschütterlicher Coolness den Beat vorgeben.

Soundtrack der Jugend

Schon beim dritten Song hält es die ersten Fans nicht mehr auf den Bänken. Beim Klassiker „Lady Rose“ ruft Mungo Jerry dann „Aufstehen!“ und alle leisten seiner Anweisung nur zu gern Folge. Es wird ausgelassen getanzt, geklatscht und lauthals mitgesungen. Unmöglich, bei diesen Bluesrhythmen still sitzen zu bleiben. Auf den Gesichtern der Fans, für die Mungo Jerry überwiegend der Soundtrack ihrer Jugend war, spiegelt sich nostalgische Glückseligkeit. Nur als der Sänger beim Rock’n’Roll-Feuerwerk „Touch the Sky“ auch noch zum Springen auffordert, ist das zu viel verlangt. Kann halt nicht jeder so fidel sein wie der 70-Jährige selbst.

Darauf erstmal eine „Bierpause“, wie er sagt, die Ekstase wird kurz gedämpft. Aber ein Zahnlücken-Grinsen reicht und schon nimmt die sympathische Show wieder Fahrt auf. Und dann kommt er endlich, der Hit, auf den alle gewartet haben und gleichzeitig Mungo Jerrys beste Idee: Er holt die Fans vom Zuschauerhügel runter und vor an den Bühnenrand. Da schunkelt und wippt die Menge nun ganz einträchtig zum erfolgreichsten – sogar offiziell so ernannten – Sommerhit aller Zeiten, ganz nah am Idol, überall nur strahlende Gesichter.

Mit Mungo Jerrys persönlichem Motto-Song „I’ll Be a Hippy ‘til I Die“ und einer knappen Zugabe endet das Konzert. Auch danach reden alle nur über die großartige Show, der Merchandise-Bestand verringert sich rapide. Mit zwei Stunden Ausgelassenheit und guter Laune hat Mungo Jerry die Alltagssorgen erst mal ganz weit weg gedrängt.

Von Friederike Ostwald

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