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„Brighton Rock“: Drama mit Helen Mirren und Sam Riley startet in Leipzig

„Brighton Rock“: Drama mit Helen Mirren und Sam Riley startet in Leipzig

Berlin. Den alles durchdringenden Blick von Jungstar Sam Riley („Control“), Protagonist von „Brighton Rock“, wird man auch nach Verlassen des Kinos so schnell nicht wieder los.

In seinem Regiedebüt erzählt Rowan Joffe, der sich bisher vor allem durch seine Bücher zu Filmen wie „The American“ hervorgetan hat, vom Aufstieg und Fall eines Kleinganoven. Die Story basiert auf Graham Greenes gleichnamigen Roman von 1938, in Deutschland bekannt als „Am Abgrund Des Lebens“. Riley agiert zusammen mit einer Riege an tollen Darstellern: Newcomerin Andrea Riseborough ist genauso mit von der Partie wie Helen Mirren („The Queen“) und John Hurt („Alien“).

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Berlin. Den alles durchdringenden Blick von Jungstar Sam Riley, Protagonist von „Brighton Rock“, wird man auch nach Verlassen des Kinos so schnell nicht wieder los. In seinem Regiedebüt erzählt Rowan Joffe, der sich bisher vor allem durch seine Bücher zu Filmen wie „The American“ hervorgetan hat, vom Aufstieg und Fall eines Kleinganoven. Die Story basiert auf Graham Greenes Roman von 1938.

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Das britische Seebad Brighton erweist sich als überraschend trubeliges Setting: Die frühen 1960er Jahre, Jugendkulturen wie die der Mods und Rocker treffen aufeinander, und auch in der Unterwelt ist einiges los. Vom Ehrgeiz getrieben geht Nachwuchsgangster Pinkie Brown (Riley) eines Nachts den entscheidenden Schritt zu weit: Unter einer Landungsbrücke bringt er einen Handlanger des berüchtigten Gangsterchefs Colleoni zur Strecke. Ein belastendes Foto taucht auf und es gibt eine Zeugin: die naive, dabei herzensgute Kellnerin Rose (Riseborough). Nicht nur, dass Pinkie sich nun daran macht, Roses Vertrauen zu gewinnen, zwischen beiden entspinnt sich auch eine verhängnisvolle Love Story.

Sam Riley und Andrea Riseborough geben ein seltsames Paar ab in diesem Film. Hier die schüchterne, mit Schulmädchencharme und wenig adretter Brille ausgestattete Rose, dort der vor kaum etwas zurückschreckende Pinkie, der ihr schließlich gar einen Antrag macht: Als Ehefrau muss Rose nicht gegen ihren Mann aussagen. Beide Rollen aber sind perfekt besetzt: Rileys Pinkie ist so enigmatisch wie zerrissen, während sich Riseborough ohnehin anschickt, in 2011 vom Geheimtipp zum Star zu avancieren: Die 29-Jährige war schon in „We Want Sex“ zu sehen, spielt gerade in Mark Romaneks „Alles was wir geben mussten“ und soll demnächst auch in Madonnas neustem Film („W.E.“) auftreten.

Bis in die Nebenrollen kann „Brighton Rock“ überzeugen: Namen wie Helen Mirren - sie gibt eine toughe, dabei charmante Gastronomin - und John Hurt sprechen für sich. Wunderbar manieriert auch der Auftritt von Andy Serkis („Prestige - Die Meister der Magie“) als Gangsterboss. Nach einiger Zeit indes lässt die Spannung nach, die Story des Underdog, der sich seinen Weg nach oben bahnt, kennt man aus diversen Gangsterfilmen. Stilistisch siedelt das beeindruckend fotografierte Drama zwischen Film Noir, Hitchcock und Jean-Pierre Melville. Regisseur Joffe zählt denn auch Melvilles „Vier Im Roten Kreis“ zu seinen Lieblingsfilmen.

Mehr als von seinem Skript (ebenfalls von Rowan Joffe) lebt „Brighton Rock“ dafür von einer ausgeklügelten Farb- und Lichtdramaturgie, imposanten Hell-Dunkel-Kontrasten. Dazu der dräuende Score von Komponist Martin Phipps, der das Geschehen kongenial untermalt.

Als Zuseher fühlt man sich ähnlich zerrissen wie Protagonist Pinkie: Mal übt die düstere, bisweilen doch sehr morbide Romantik eine starke Anziehungskraft aus, mal stößt einen die Theatralik der Inszenierung regelrecht ab. Dass Regisseur Joffe mit seinem Kinodebüt schließlich doch für sich einzunehmen vermag, liegt vor allem an Zweierlei: den tollen Leistungen der jungen, als auch der älteren Darsteller und der beeindruckenden Bildsprache.

Matthias von Viereck, dpa

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