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Kultur Britische Filmlegende und Oscar-Preisträger Richard Attenborough gestorben
Nachrichten Kultur Britische Filmlegende und Oscar-Preisträger Richard Attenborough gestorben
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08:55 25.08.2014
Mehr als sechs Jahrzehnte dominierte Richard Attenborough die Welt des britischen Films - als Schauspieler und Regisseur. Foto: Daniel Deme Quelle: dpa
London

Attenborough war mehr als sechs Jahrzehnte einer der wichtigsten Vertreter des britischen Films, sowohl als Schauspieler als auch als Regisseur. Sein Monumentalfilm „Gandhi“ (1982) gewann acht Oscars, darunter einen für Attenborough als besten Regisseur.

Attenboroughs Tod löste über die Grenzen der Filmbranche hinweg Bestürzung aus. Schauspielerin Mia Farrow beklagte den Verlust des „liebenswürdigsten Mannes“, mit dem sie je arbeiten durfte. Kollege Roger Moore nannte ihn einen „wundervollen Mann“. Der britische Premierminister David Cameron würdigte Attenborough als einen der „Großen der Filmwelt“. Mit seiner Rolle als Pinky in der Verfilmung des Graham Greene-Romans „Brighton Rock“ gelang Attenborough 1947 der erste große Durchbruch. Es folgte unter anderem der Häftlingsfilm „The Great Escape“ (1963).

Attenborough wandte sich anschließend auch der Regie zu. Sein Film „Cry Freedom“ über den südafrikanischen Freiheitskämpfer Steve Biko erlangte wie „Gandhi“ Weltruhm. Der von der Kritik hochgelobte Kriegsfilm „Die Brücke von Arnheim“ (1977) fand in Deutschland große Beachtung. „Regie zu führen, erlaubte mir Dinge zu tun, die ich als Schauspieler nicht machen konnte“, sagte Attenborough einmal.

Der Kunstliebhaber, der den liebevollen Spitznamen „Dickie“ trug, war bereits 1976 von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen worden. Im Jahr 1993 erhielt er den Titel Lord Attenborough. Seitdem durfte er auch Politik im britischen Oberhaus machen. Im selben Jahr kehrte er mit einer Rolle als exzentrischer Milliardär in Steven Spielbergs „Jurassic Park“ als Schauspieler zurück. Attenborough wurde am 29. August 1923 geboren.

Seine Eltern waren strikte Anhänger der Labour-Partei, die bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zwei jüdische Flüchtlinge aus Deutschland adoptierten. Attenborough war seit 1945 mit der Schauspielerin Sheila Sim verheiratet. Er lebte zuletzt zusammen mit ihr in einem Altersheim. Das Paar hatte drei Kinder, darunter den Theaterdirektor Michael Attenborough. Attenboroughs Tochter und seine 14 Jahre alte Enkelin starben im asiatischen Tsunami von 2004. Attenboroughs Bruder David  ist ein bekannter britische TV-Naturexperte.

dpa

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