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Club ü31 am Schauspiel Leipzig: 49 Leipziger experimentieren mit Sehnsucht und Zeit

Club ü31 am Schauspiel Leipzig: 49 Leipziger experimentieren mit Sehnsucht und Zeit

„Wenn ich ein Vöglein wär“, so beginnt es. Mehrstimmig, zart und sehnsuchtsvoll. Ein Volkslied, gesungen von Leipziger Bürgern, die sich entschlossen haben, im Schauspiel Leipzig den Schritt ins Rampenlicht zu wagen.

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Club ü31: Leipziger erzählen ihre Geschichte am Schauspiel.

Quelle: Rolf Arnold

Leipzig. Das Laien-Projekt „Club ü31“ hatte Premiere, zwei weitere Aufführungen folgen. Professionell in Szene gesetzt, gewinnen die Geschichten im Laufe von zwei Stunden Inszenierung an Flughöhe.

Den sicheren Boden des Alltags hatten die 49 Akteure mutwillig verlassen, als sie dem Ruf der Ensemble-Mitglieder Tilo Krügel und Hartmut Neuber für das Schauspiel-Projekt folgten. Ein halbes Jahr Arbeit liegt jetzt hinter ihnen, teils harte Diskussionen, Proben. „Zuerst hatten wir mehr Fremdtexte vorgesehen. Aber dann sind immer mehr eigene Geschichten entstanden“, schilderte Hartmut Neuber.

Am Ende blieben die Themen Zeit und Sehnsucht, aus denen sich die Aufführung auf der Hinterbühne und in den ersten 30 Minuten in den Foyers speist. Unter dem Titel "Wenn...Wenn?Wenn! LeipzigspieltaufZeit" zeigen sich die Akteure mal als Gemeinschaft, die in ganz unterschiedlichem Tempo Musik und Zeit(geist) durchlebt, mal als stille Einzelne - jeder ein Eremit auf seinem weißen Hocker. Dann brechen sich die verschiedenen Talente Bahn, und ein schlichtes Lied, ein Liebes-Ringkampf oder eine Kindheitserinnerung wird zum Mittelpunkt des Universums.

Kühl ist anders

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Videosequenzen aus Leipzig und mit den Akteuren rahmen die Inszenierung.

Quelle: Rolf Arnold

So bekommt die Friedliche Revolution unprätentiös ihren Platz in der Biographie zurück, in der ein Stück Geburtstagskuchen so wichtig ist wie die Reisefreiheit. Das Ende einer Beziehung oder die lakonische Gebrauchsanweisung zum Häuten eines Kaninchens werden zu Druckpunkten für die emotionale Temperatur des Abends. Kühl ist anders.

Dabei versucht niemand, auf der Bühne den perfekten Schauspieler zu geben. Das Sächsische blitzt durch, mehr oder weniger. Bei Manchem zittert ein Rest von Schüchternheit in der Stimme. Gleichzeitig bietet die Gruppe Halt auch für diejenigen, die sich nicht exponieren: Die gemeinsamen Tanz-Performances sind kraftvoll und überraschend offen.

In diesem Experiment, das in der kommenden Spielzeit als Sparte eine Zukunft hat, werden diesmal vor allem Geschichten erzählt. Das Spiel kommt noch ein wenig kurz. Jetzt könnten Neuber und Krügel mit den Akteuren die zweite Stufe zünden: Weniger explizit Erzähltes, mehr Interaktion, mehr Zutrauen zu den Ausdrucksmöglichkeiten des Schauspiels. Der Auftakt ist gelungen, atmosphärisch gerahmt von Videosequenzen aus Leipzig und mit den Akteuren. Authentisch, unterhaltsam und so vielstimmig wie ein Volkslied.

Wenn...Wenn?Wenn! LeipzigspieltaufZeit. Aufführungen am 9. und 10. Juli, jeweils 19.30 Uhr.

www.schauspiel-leipzig.de

Evelyn ter Vehn

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