Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Cosima, Erlösung, YouTube: Wagner von A bis Z

Cosima, Erlösung, YouTube: Wagner von A bis Z

A wie Alberich: Bass-Partie in der monumentalen Tetralogie „Ring des Nibelungen“. Wirbt um die Rheintöchter, die den hässlichen Zwerg abblitzen lassen. Raubt deshalb aus Rache das Rheingold.

Voriger Artikel
Verehrt und verhasst: Vor 200 Jahren wurde Richard Wagner geboren
Nächster Artikel
Künstler Balkenhol will mit Leipziger Wagner-Denkmal irritieren

Ist in Leipzig geboren und zur Schule gegangen: Der Komponist Richard Wagner, dessen Büste hinter der Leipziger Oper steht.

Quelle: Volkmar Heinz

Bayreuth. s Nibelungen“. Wirbt um die Rheintöchter, die den hässlichen Zwerg abblitzen lassen. Raubt deshalb aus Rache das Rheingold. Schmiedet einen Ring, der Weltherrschaft verheißen soll.

B wie Bayreuth: Als Wagner kommt, ist Bayreuth ein Provinzstädtchen, dessen Bedeutung und Glanz im Barock verblasst ist. Wagner aber kann hier seine Festspielpläne verwirklichen. Heute sind die Festspiele und Wagner Bayreuths wichtigste Markenzeichen.

C wie Cosima: Wagners zweite Frau. Er spannt sie seinem Freund Hans von Bülow aus. Nach Wagners Tod 1883 wird Cosima Festspielchefin. Antisemitische und nationalistische Ideen sind unter ihrer Ägide salonfähig in Bayreuth. Stirbt 1930.

D wie Dresden: 1843 wird Wagner Kapellmeister an der Hofoper. 1849 beteiligt er sich am Dresdner Mai-Aufstand. Wird danach steckbrieflich gesucht. Flieht in die Schweiz.

E wie Erlösung: Grundthema bei Wagner. Der Holländer sehnt sich nach Erlösung genauso wie Tannhäuser. Parsifal soll der Erlöser selbst sein.

F wie Familie: Deutschland hat kein Königshaus - aber dafür die Wagners. Zoffende Familienstämme, Nachfolgestreit, Gerangel um Nachlässe. Da ist regelmäßig viel geboten.

G wie Geburt: Wagner kommt am 22. Mai 1813 in Leipzig als Sohn des Polizeischreibers Carl Friedrich und dessen Frau Johanna Rosine zur Welt. Ein halbes Jahr später stirbt der Vater.

H wie Hund: Wagner ist großer Hundeliebhaber. Die Tiere begleiten sein unstetes Leben. Der Neufundländer „Russ“ ist sogar unweit des Wagner-Grabes vergraben worden. Dort steht: „Hier ruht und wacht Wagners Russ“.

I wie Isolde: Extrem herausfordernde Partie. Verlangt der Sängerin alles ab. Ohne Erfahrung und Mut geht da gar nichts. Deshalb ist auf der Bühne oft eine Isolde gesetzteren Alters zu sehen.

J wie Judentum: Der Antisemitismus ist die dunkle Seite Wagners und macht ihn zum umstrittenen Künstler. Sein Aufsatz „Das Judenthum in der Musik“ ist voller übler und abstoßender Verunglimpfungen. Nicht zuletzt deshalb ist Wagners Musik in Israel heute noch nicht akzeptiert.

K wie Katharina: Wagner-Urenkelin, die zusammen mit ihrer wesentlich älteren Halbschwester Eva Wagner-Pasquier derzeit die Bayreuther Festspiele leitet. Tochter des langjährigen Festspielchefs Wolfgang Wagner.

L wie Ludwig II.: Wagners Mäzen und Verehrer. Ergriffen und beeindruckt von „Lohengrin“ und „Tannhäuser“. Holt Wagner an seinen Hof, rettet ihn vor dem finanziellen Ruin. Gibt ihm immer wieder Geld. Gemeinsame Pläne für ein Festspielhaus in München scheitern. Aber immerhin klappt es in Bayreuth.

M wie Mathilde: Ihr Mann Otto Wesendonck ist Gönner Wagners in dessen Schweizer Zeit. Mathilde ist Wagners Muse, Seelenverwandte, Inspirationsquelle für „Tristan und Isolde“. Wagner vertont Gedichte von Mathilde („Wesendonck-Lieder“).

N wie Nürnberg: Selten schafft es eine Stadt in den Titel einer bekannten Oper. Bei Nürnberg hat’s geklappt - dank Wagner und seinem Werk „Die Meistersinger von Nürnberg“. Uraufführung 1868.

O wie Orchestergraben: Heißt im Bayreuther Festspielhaus auch mystischer Abgrund. Das Orchester ist hier für das Publikum unsichtbar, ein Deckel schirmt die Musiker ab.

P wie Parsifal: Wagners letztes Werk. Heißt Bühnenweihfestspiel. Sollte nach Wagners Wünschen eigentlich nur in Bayreuth aufgeführt werden. Ist heute natürlich auch anderswo zu sehen und zu hören.

Q wie Qual: Kann eine Wagner-Oper auch sein. Schließlich dauern die meisten Werke locker fünf Stunden. In Bayreuth sind zudem die Sitze unbequem. Dient aber der besseren Akustik, weil Polstersessel Töne schlucken. Der Platz im Haus ist beengt und die Luft hat - nun ja - keine Kurort-Qualität.

R wie „Ring des Nibelungen“: Tetralogie. „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“. Gesamtspieldauer ohne Pausen: circa 16 Stunden. Grundmotive aus der Nibelungensage und der nordischen Mythossammlung Edda. Uraufführung 1876 in Bayreuth.

S wie Siegfried: Drittes Kind von Cosima und Wagner. Übernimmt 1908 die Festspielleitung. Auch als Dirigent, Komponist und Librettist aktiv. 1915 Heirat mit Winifred, die später die Nähe zu Hitler und anderen Nationalsozialisten sucht. Auch Siegfried verehrt Hitler. Siegfried stirbt 1930, Winifred übernimmt das Zepter in Bayreuth.

T wie Tristan-Akkord: f - h - dis - gis. Im zweiten Takt des Vorspiels zu „Tristan und Isolde“. „Ein Akkord an der Grenze zur Dissonanz“ schreibt Dirigent Christian Thielemann. Mit dem Akkord öffneten sich „Höllentor und Himmelspforte zugleich“, er sei „der Code für die gesamte musikalische Moderne“. Der Akkord ist berühmt - aber nicht durchschaubar.

U wie Urlaub: Viele Mitwirkende opfern ihren Urlaub, um bei den Festspielen zu arbeiten. Für Kanzlerin Angela Merkel dagegen ist Bayreuth purer Urlaub - sie ist mit ihrem Mann zwar vielfotografierter Premierengast, später aber auch noch bei anderen Aufführungen ganz ohne Blitzlichtgewitter anzutreffen.

V wie Venedig: Hier stirbt Wagner im Februar 1883. Er mag die Stadt.

W wie Wahnfried: Wagners Wohnstätte in Bayreuth. Zum großen Teil von Ludwig II. finanziert. Heute Museum. Einzug der Wagners 1874 nach Jahren der Unrast. Deshalb der Schriftzug auf der Stirnseite des Gebäudes: „Hier wo mein Wähnen Frieden fand - Wahnfried sei dieses Haus von mir benannt.“ Im Garten ist Wagner begraben.

X wie Xylophon: Bei Wagner im Orchester nicht vorgesehen.

Y wie YouTube: Beim Videoportal liefert der Suchbegriff „Richard Wagner“ rund 93 000 Treffer. Beliebteste „Hits“ sind demnach der Walkürenritt, Siegfrieds Trauermarsch und das „Lohengrin“-Vorspiel. Den Brautchor aus „Lohengrin“ muss man allerdings oft als Keyboard-Version ertragen.

Z wie Zürich: Nach dem Dresdner Mai-Aufstand flieht Wagner hierher. Schreibt wichtige theoretische Schriften. Wegen der Wesendonck-Verwicklungen muss er wegziehen. Kommt später wieder in die Schweiz, ab 1866 findet er Asyl nahe Luzern. Bleibt dort bis zum Umzug nach Bayreuth.

Kathrin Zeilmann, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

"Stasi – Macht und Banalität": Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" gibt Einblicke in den SED-Überwachungsstaat. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr