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Kultur Da staunst du - Jüdisches Leben in Leipzig - Gemeinde erstmals 1230 schriftlich erwähnt
Nachrichten Kultur Da staunst du - Jüdisches Leben in Leipzig - Gemeinde erstmals 1230 schriftlich erwähnt
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23:43 17.06.2014
Blick in die Synagoge in der Leipziger Keilstraße. Quelle: André Kempner

Um 1230 wurde erstmals schriftlich die Existenz einer Jüdischen Gemeinde in Leipzig erwähnt.

1543 verbannte Herzog Moritz von Sachsen die Juden aus seinen Ländern.

Am 2. Juni 1847 wurde die Israelitische Religionsgemeinde offiziell gegründet. Die Große Gemeindesynagoge an der Gottschedstraße wurde am 10. September 1855 geweiht.

1911 stiftete der jüdische Musikverleger Henri Hinrichsen (Edition Peters) die erste deutsche Hochschule für Frauen.

1913 kamen 40 Prozent der Leipziger Gewerbesteuer aus dem Rauchwarenhandel. 480 von 784 Pelzhandelsunternehmen waren in jüdischer Hand.

Am 19. August 1920 wurde der erste jüdische Sportclub Bar Kochba gegründet. An diese Tradition knüpft der SV Makkabi Leipzig an.

1925 zählte die Gemeinde 12 594 Mitglieder, war die sechstgrößte Deutschlands.

Der jüdische Bankier Hans Kroch errichtete 1927/28 das 43 Meter hohe Kroch-Haus am Augustusplatz.

In der Progromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden 193 Geschäfte, 34 Privatwohnungen, drei Synagogen, vier Bethäuser, eine Friedhofskapelle, ein Altersheim und eine jüdische Schule zerstört. Die Synagoge in der Kantstraße wurde nicht zerstört.

Bei Kriegsende 1945 lebten noch 24 jüdische Frauen und Männer in der Stadt und begründeten die Gemeinde neu.

1966 erhielt der israelische Schriftsteller Schmu'el Josef Agnon zusammen mit Nelly Sachs den Literatur-Nobelpreis. Sein posthum veröffentlichter Roman "Herrn Lublins Laden" spielt in Leipzig, wo er in der Tschaikowskistraße 21 lebte.

1970 erhielt der Biophysiker und Neurophysiologe Sir Bernhard Katz den Medizin-Nobelpreis. Katz wurde am 26. März 1911 in Leipzig geboren und wohnte in der Tschaikowskistraße 13.

1990 zählte die Gemeinde 43 Mitglieder. Heute sind es rund 1300.

Seit Eröffnung am 15. Mai 2009 kamen rund 15 000 Besucher ins Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus.

Aller zwei Jahre findet die Jüdische Woche "Schalom" statt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.06.2014

Torsten Plate und Steffen Held

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