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Kultur Da staunst du ... dass die Leipziger Muko pro Vorstellung sechs Lkw braucht
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23:59 29.04.2014
An der Musikalischen Komödie wird auch getanzt: "Romeo und Julia" wurde als Ballett für ein junges Publikum neu choreografiert. Quelle: Armin Kühne

Napoleon soll nach der Völkerschlacht, am 19. Oktober 1813, hier übernachtet haben.Im Hof der Musikalischen Komödie an der Rückfront des Hauses ist eine Kanonenkugel eingemauert. Gebaut hat den Musentempel eine Brauerei, die dabei Pläne des Leipziger Architekten Friedrich Otto Gerstenberger umsetzte. Ende 1912 war das Haus zunächst als Festsaal Drei Linden eröffnet worden, 1918 folgte in den Räumen ein großstädtisches Varietétheater.

1952 wurde das Haus zur Not-Oper umgebaut, weil das Theater am Augustusplatz im Krieg zerstört war. Für Opernaufführungen genutzt wurde es seit 1944. Damals fanden im Saal unter der eingezogenen Flachdecke noch 1250 Zuschauer Platz. Heute verfügt die Muko über 529 Plätze. Die heutigen Künstlergarderoben im Keller sollen früher Pferdeställe gewesen sein.

Wenn sich um 19.30 Uhr der Vorhang zur Vorstellung hebt, haben die ersten Arbeiten bereits um 7 Uhr begonnen. Die Dekoration muss von den Theaterwerkstätten zur Muko geholt werden. Pro Vorstellung sind sechs bis zehn Lkw nötig. Nach der Vorstellung wird alles abgebaut und abtransportiert. 1992 wurde eine Stahlkonstruktion über das gesamte Dach des Zuschauersaales gesetzt, um das Tonnengewölbe begehbar zu gestalten und somit Räume für Scheinwerfer über den Zuschauern zu schaffen. Damals hat man die Saaldecke ganz bewusst nicht fertig gestrichen, um zu demonstrieren, dass nach einer Interimsspielzeit weiter renoviert wird.

Beim Neubau der Notbeleuchtungsanlage 2012 wurden 6000 Meter Kabel verlegt. Schon 1913 hatte die Baupolizei Künstlergarderoben im Kellergeschoss abgelehnt und dann eine befristete Ausnahmegenehmigung erteilt. 100 Jahre später wird nun der Umzug der Künstler ins Nachbarhaus Dreilindenstraße 24, das zum Funktionsgebäude umgebaut werden soll, geplant. Baubeginn ist im Juli 2014.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2014

Bettina Auge/Mathias Orbeck

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