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Debüt nach 25 Jahren: Bert Callenbach feiert im Central-Kabarett

Debüt nach 25 Jahren: Bert Callenbach feiert im Central-Kabarett

Vor der Premiere steht Lothar Robert Hansen in der Hainstraße und lässt sich - Toi! Toi! Toi! - von einer jungen Frau über die Schulter spucken. Er ist der Pianist an Bert Callenbachs Seite und, wie kurz darauf zu erfahren ist, der "Initiator" der CD, deren Erscheinen am Donnerstagabend im Blauen Salon des Central-Kabaretts gefeiert wurde.

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Seit mehr als einem halben Leben Sänger und Conferencier: der Leipziger Bert Callenbach (45).

Quelle: André Kempner

Leipzig. "Frivol am Pol" gilt diesbezüglich als Callenbachs Debüt. Abgesehen davon steht der Unterhaltungskünstler seit 25 Jahren auf der Bühne, exakt seit seinem 20. Geburtstag, schon damals war er ein Fan der 1920er Jahre. Das Faible hat er sich erhalten - in Auftritt und Outfit. Wenngleich der alte Salonlöwe mit Monokel und vor allem mit dem neuen Backenbart auch als einer der Gründer der Leipzig-Dresdner Eisenbahn durchgehen könnte.

Aber nein, er ist nach wie vor Sänger und Conferencier. Zum Glück, denn darin geht er auf. Nach einem ersten Lied erzählt er seinem Publikum, wie er zu dem jungen Herrn am Klavier gekommen ist. Man müsse sich einfach vor "Tastenknecht-Treffpunkten" wie dem Telegraph oder dem Plan B auf die Lauer legen, den richtigen Augenblick abpassen und sich einen fangen. Dann eine Zigarette anbieten und etwas zu essen - "da beruhigt der sich ganz schnell".

Und wenn man erst einmal über einen Pianisten verfüge, kämen die "Weibchen" und weitere Musiker von ganz allein. So geschieht es! Die Bühne füllt sich. Callenbach singt und parliert inmitten einer recht jugendlichen Schar, die anständige Sachen trägt.

In seinen Liedern erzählt er Begebenheiten von heute im Habitus von gestern, er nimmt uns mit in die Bar Zum Krokodil, zeigt die "Strapse des kleinen Mannes" - Strumpfhalter - und trinkt im Verlaufe der vergnüglichen Vorstellung ein Fläschchen Schaumwein. Auf den Schrecken und auf die Arbeit, schließlich habe er nicht gewusst, worauf er sich bei der Produktion einer CD überhaupt einlasse. Der Herr Hansen kenne das ja, der hat bereits eine aufgenommen - mit der Band Flimmerfrühstück.

Dafür zeigt Lebemann Callenbach "Keine Angst vor großen Krisen", zahlt bereitwillig Zinsen auf die Liebe und hält sich einen Pinguin als Haustier: "Der läuft den ganzen Tag im Frack, das zeigt, der Vogel hat Geschmack." Gemeinsam könnten sie in 80 Tagen um die Welt reisen, vom Nordpol zum Südpol - wie einst ein anderer Leipziger, Frank Schöbel. Doch das Geburtstagskind möchte am liebsten in seiner Heimatstadt bleiben ("Weil's mir da mehr gefällt als auf der ganzen Welt"), mit Pool im Garten und einem halben Dutzend Lipsi Lillies darin.

Mit der Burlesque-Truppe dieses Namens bereitet der Entertainer gerade ein weiteres Programm vor, der "Happiness Cocktail" wird am 2. Mai erstmals eingeschenkt, ebenfalls im Blauen Salon. Mirielle Tautou und Simone de Boudoir, als Gratulations-Lillies, zeigten zur "Frivol am Pol"-Premiere bereits, was sie so drauf beziehungsweise drunter haben. Herrlich, um mit dem Monokelmann zu sprechen. So wie der ganze Abend, der mit Kuchen, Blumen, Umarmungen und Zugaben zu Ende geht.

"Frivol am Pol" wieder heute (Samstag) sowie 17. bis 19. April, 9./16. Mai, 20./21. Juni, Blauer Salon im Central-Kabarett (Markt 9), Eintritt 22 Euro

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.04.2014

Bert Hähne

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