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"Der Augensammler" hält Krimistar Fitzek auf der Erfolgsbahn

"Der Augensammler" hält Krimistar Fitzek auf der Erfolgsbahn

Seine Geschichten lassen unzähligen Lesern das Blut in den Adern gefrieren. Auch in seinem neuesten Werk über einen Kindesentführer und Frauenmörder führt Sebastian Fitzek wieder tief in seelische Abgründe.

München. Sebastian Fitzek – der Shootingstar am deutschen Krimihimmel – hält sich mit seinem sechsten Werk "Der Augensammler" weiter auf der Erfolgsbahn. Wer die Fotos auf seiner Homepage sieht, will nicht so recht glauben, dass sich dieser freundlich in die Kamera lächelnde Hundeliebhaber derart wahnwitzige Psycho-Storys ausdenkt.

Fitzeks Ausflüge in die Untiefen der Seele führen wieder nach Berlin: Hier macht sich Polizeireporter Alexander Zorbach, ein früherer Ermittler, auf die Suche nach dem "Augensammler", wie seine Zeitung einen gesuchten Kindesentführer und Frauenmörder nennt. Schon mehrere Kinder sind in der Hauptstadt verschwunden, ihre Mütter wurden mit gebrochenem Genick aufgefunden. In den Händen der toten Frauen steckt stets eine Stoppuhr, eingestellt auf eine Laufzeit von genau 45 Stunden und sieben Minuten. Diese Spanne bleibt den Vätern, um ihre Kinder zu finden. Gelingt das nicht, wird dem Kind das linke Auge ausgestochen.

Die Polizei geht von einem Wahnsinnigen aus, ohne die geringsten Erkenntnisse zu haben, wer er ist und wo sie ihn finden könnte. Zumal er ein perfides Versteckspiel mit den Fahndern inszeniert. Auch der Reporter Zorbach hat keine brauchbare Spur, bis er die Physiotherapeuten Alina Gregoriev kennenlernt. Alina, die auf recht ungewöhnliche Art mit Zornbach Bekanntschaft schließt, räumt ein, den "Augensammler" vielleicht zu kennen. Als sie ihn massieren wollte, "durchzuckte es mich wie ein Blitz", gesteht sie Zorbach.

Doch Hinweise auf sein Aussehen kann sie nicht geben, denn sie ist blind. Gleichwohl folgt Zorbach ihren ausgeprägten Instinkten. Er klammert sich an ihre Behauptung, allein durch Körperkontakt in die Vergangenheit ihres Patienten sehen zu können. Schnell kommen die Beiden allerdings nicht voran. Immer wieder führen die Spuren ins Leere. Auch ahnt Zorbach lange nicht, dass der "Augensammler" selbst ihn in sein krankes Spiel einbezogen hat.

Als ob das nicht genug wäre, verdächtigt ihn auch noch die Polizei, weil an einem der Tatorte seine Geldbörse gefunden wurde. Auch trifft er kurz nach der Tat am Fundort der Leiche ein. Seine Begründung, dass er den Tipp dem Polizeifunk verdanke, klingt wenig glaubwürdig, denn dort wurde nie ein Hinweis auf den "Augensammler" gegeben.

In seinem aktuellen Psychothriller gelingt es Fitzek erneut, den Spannungsbogen fast bis zum Zerreißen zu spannen. Der 1971 geborene promovierte Jurist verstärkt den Nervenkitzel noch dadurch, dass er die Kapitel mit der Zeitangabe versieht, die noch bis zum Ablauf des Ultimatums übrig bleibt. Und wem dieser Kick noch zu schwach ist, der wird mit vielen verrückten Wendungen in die Irre geführt und mit einem überraschenden Ende belohnt.

Wer sich dem "Augensammler" nähern will, muss hart im Nehmen sein, perverse Versteckspiele und die beklemmende Alptraum-Atmosphäre ebenso ertragen wie brutale Sterbeszenen. "Hätte ich gewusst, dass nur 0,1 Prozent der Manuskripte eine Chance bei Verlagen haben, hätte ich wahrscheinlich eher Lotto gespielt als einen Thriller zu schreiben", äußerte Fitzek einmal. Viele werden seiner Naivität dankbar sein.

Sebastian Fitzek, "Der Augensammler", Droemer Verlag, München, 448 Seiten, 16,95 Euro

Susanna Gilbert-Sättele

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