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Kultur Der Leuchtturm von Hongkong: Carsten Nicolai illuminiert einen Wolkenkratzer
Nachrichten Kultur Der Leuchtturm von Hongkong: Carsten Nicolai illuminiert einen Wolkenkratzer
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20:43 07.05.2014
Quelle: Art Basel

Die neue Arbeit, die der in Berlin lebende Künstler und Musiker in den Nächten vom 15. bis 17. Mai in Hongkong präsentiert, ist etwas größer: "Alpha pulse", eine audiovisuelle Installation, illuminiert die gesamte Fassade des 490 Meter hohen International Commerce Centres.

Das Lichtmuster pulsiert in einer sychronsierten Frequenz. Soundkunst trifft Erleuchtung. Mit einer App können Zuschauer mitmachen. Wie ein Leuchtturm solle der Wolkenkratzer seine Licht-Impulse in die Stadt schicken, nach Bewohnern und Besuchern greifen, heißt es in einer Pressemitteilung. Der 1965 in Karl-Marx-Stadt geborene, auf vielen Feldern aktive Künstler bringt "alpha pulse" als Auftragsarbeit für die zum zweiten Mal stattfindende Art Basel Hongkong in die asiatische Metropole.

Art Basel, da war doch was: 2011 war Lybkes Galerie Eigen+Art überraschend zur weltweit wichtigsten Kunstmesse nicht eingeladen worden. Im Hintergrund sollen Konkurrenz-Rangeleien eine Rolle gespielt haben. Die Künstler der Galerie boykottierten daraufhin die Veranstaltung - unter ihnen Carsten Nicolai, der 1983 bei Lybkes erster Gruppenausstellung dabei war.

Für den Leipziger, der gerade in New York die Teilnahme seiner Galerie an der morgen beginnenden Kunstmesse Frieze vorbereitet, ist das Schnee von vorgestern. "Wir waren ja sofort wieder dabei." Dass nun ein Künstler seiner Galerie, mit dem er schon über 30 Jahre zusammenarbeitet, den Auftrag der Art Basel bekommen hat, dürfe man da schon als Zeichen verstehen, meint der 53-Jährige und setzt dieses Lächeln eines kleinen Jungen auf, dem ein ziemlich guter Streich gelungen ist.

Am 12. Mai ist er wieder für ein paar Stunden in Deutschland, in Frankfurt, wo er umsteigt - von den USA kommend, nach Hongkong. "Es gibt immer mehr Kunstmessen, weil die etablierten nach dem Franchise-Prinzip Ableger gründen." Allein von der Art Basel gebe es inzwischen drei Ausgaben. Da sind ihm die Leipziger Galerien-Rundgänge fast schon Ruhezonen, ein Heimkommen ins Vertraute.

Und, der Kunstmarkt? Malt man Lybke eine Wellenlinie auf Papier, fragt ihn, wo der Weg gerade hingeht, zeigt er auf eine aufsteigende Kurve. "Bei mir ist das Glas immer halb voll." Was eine Untertreibung sein dürfte.

Weitere Informationen über die Art Basel Hongkong und die Lichtinstallation von Carsten Nicolai unter www.artbasel.com/en/hong-kong

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.05.2014

Jürgen Kleindienst

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