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„Der Ring für Kinder" wird in der Musikalischen Komödie Leipzig nicht nur von Kindern gefeiert

„Der Ring für Kinder" wird in der Musikalischen Komödie Leipzig nicht nur von Kindern gefeiert

In der Musikalischen Komödie startete am Samstagabend mit „Der Ring für Kinder" die Oper Leipzig ins Wagner-Jahr: „Der Ring des Nibelungen", erzählt in gut zwei Stunden, wurde vom Publikum im ausverkauften Haus ausdauernd gefeiert.

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Die Oper Leipzig eroeffnet das Wagner-Jubilaeumsjahr 2013 mit dem „Ring des Nibelungen“ in einer Fassung fuer Kinder, Familien und Einsteiger ins Wagner-Repertoire.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Auch in der gestrigen zweiten als „Familienvorstellung" verkauften Aufführung.

Da staunt der Fachmann, wie schnell sich abhaken lässt, was Wagner über Stunden und Stunden verhandelt. Und der Laie wundert sich, dass eigentlich alles ganz einfach ist: Vom weltanschaulichen Ballast befreit und vom Anspruch, die Welt zu erklären, wenn nicht aus den Angeln zu heben, lässt sich in gut zwei Stunden plausibel erzählen, was es mit dem Ring auf sich hat, den Alberich stiehlt, der fortan Tod und Verderben über Menschen und Götter bringt.

Der kühnen Knappheit der von Hartmut Keil und Maximilian von Meyenburg ursprünglich für die Bayreuther Festspiele eingerichteten Kurzfassung, begegnet Jasmin Solfaghari in ihrer Inszenierung mit Zurücknahme ihrer Mittel. Hier bekennt Theater sich zur eigenen Unzulänglichkeit, ist alles handgemacht – und man kann es sehen. Die Stoffbahnen, die zu Beginn als Rhein über die von Solfaghari mit Frank Schmutzler verantwortete Bühne mit Rundpodest zwischen Apia und Neu-Bayreuth wedeln, sie sind das einfachste, das naheliegendste Mittel zum Zweck. Gerade daraus entsteht der betörende Sog dieses Taschenrings: dass er eine entwaffnend naiv vorgetragene Liebeserklärung an das Theater ist.

Hier wachsen Spielwut, subtiler Witz und offene Albernheit, Waldorf-Trash und großes Pathos zusammen zum auf seine archaische Wirkungsmacht zurückgestutzten Riesenwerk. Solfaghari zeigt uns Götters nicht als über den Dingen wandelnde Monumente, sondern als ziemlich kleine Lichter. Dass die komplizierte Rechnung nicht aufgeht, die der leicht depperte Wotan da aufmacht, ist schon im Rheingold klar. Da stützt Milko Milev sich ermattet auf seine Lanze, während Andreas Rainer als Loge vorschlägt, das Rheingold zu rauben. Und er selbst ahnt wohl schon, dass daraus nichts wird.

Ist aber alles nicht so schlimm. Denn das finale Götterdämmerungs-Fragment mündet nicht in Welten- und Himmelsbrand, in die reinigende Vernichtung aller denkbaren Welten, sondern im Alles-haben-sich-wieder-Lieb-Sitzkreis. Das ist dann in seiner Versöhnungsfolklore ein doch allzu harmloses Happy-End.

Allzu harmlos sind auch die Kostüme, die Berliner Schüler ersannen, und die Leipzig übernehmen musste, um die Rechte für den Familien-Ring zu bekommen. Und wie Schultheater-Kostüme sehen sie auch aus. Vor allem Feuergott Loge ist mit albernem Umhang und Ofenrohr-Zylinder schwer geschlagen. Und doch trägt Rainer die Rolle des Spielmachers mit aufgekratzter Würde.

Er ist die Entdeckung dieser an Entdeckungen reichen Produktion. Sein schlanker und beweglicher Tenor schmiegt sich wie selbstverständlich in die Partien von Loge und Mime, die lebensprallen Charaktere des gesamten Rings. Überhaupt ist es erstaunlich, wie das MuKo-Personal aufgeht im scheinbar fremden Fach. Die Leichtigkeit des Gesangs bekommt Wagner fabelhaft. Er hasste Gebrüll – und dieser flüssige Erzählstil in Tönen hätte ihm gewiss gefallen...

Die vollständige Rezension von Peter Korfmacher lesen Sie in der Montagsausgabe der Leipziger Volkszeitung. Hier geht es zu unserem E-Paper.

Peter Korfmacher

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