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„Der Rubikon ist überschritten“: Leipziger Museum präsentiert Wulffs Mailbox-Nachricht

„Der Rubikon ist überschritten“: Leipziger Museum präsentiert Wulffs Mailbox-Nachricht

Die berühmte „Rubikon“-Nachricht des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff auf der Mailbox des „Bild“-Chefredakteurs Kai Diekmann kann von Freitag an im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig angehört werden.

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Gibt sein Handy ins Museum: Bild-Chefredakteur Kai Diekmann.

Quelle: dpa

Leipzig. Das Tonband ist Teil der neuen Ausstellung „Unter Druck! Medien und Politik“.

Zu sehen sein wird auch das Blackberry-Handy des „BILD“-Chefredakteurs, sagte Kustos Daniel Kosthorst gegenüber LVZ-Online. Mit diesem Gerät hatte der 50-Jährige die Sprachmitteilung Wulffs abgehört. Aus rechtlichen Gründen seien Mitschnitte aber verboten. Die Nachricht sei nur über Kopfhörer abrufbar. „Das war eine Bedingung des Leihgebers“, erklärte Kosthorst.

Das Mobiltelefon sei zwar inzwischen äußerlich beschädigt, die Nachricht von der Mailbox aber unversehrt. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte in Bonn, hatte den Journalisten durch persönlichen Kontakt von der Leihgabe überzeugen können. „Es handelt sich bei der Mailbox-Nachricht um ein Dokument der deutschen Zeitgeschichte. Deshalb gehört sie ins Museum“, betonte auch der Sprecher des Axel-Springer-Verlages, Tobias Fröhlich.

Mit einem Artikel über den Hauskauf von Wulff und der damit verbundenen Finanzierung in der Bild-Zeitung begann die Affäre, die am 17. Februar 2012 zum Rücktritt führte. Der Bundespräsident wollte die Veröffentlichung am 12. Dezember 2011 verhindern. Da er Chefredakteur Diekmann nicht erreichte, sprach er ihm während einer Reise nach Kuwait auf die Mailbox. Dabei versuchte Wulff die Veröffentlichung zu verhindern und sagte den später häufig zitierten Satz: „Der Rubikon ist überschritten.“

Ausstellung zur deutsch-deutschen Medienlandschaft

Die Ausstellung wird am Donnerstagabend um 19.30 Uhr eröffnet. Als Redner wird Peter Voß, Präsident der Quadriga Hochschule Berlin und Intendant des Südwestrundfunks a. D., erwartet. Für das Begleitbuch hat das Leipziger Museum eine Reihe namhafter Autoren gewonnen. Neben Diekmann haben auch der frühere Intendant des Deutschlandradios Ernst Elitz, Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye und TV-Journalist Frank Plasberg darin Texte verfasst.

Die bis 9. August 2015 geöffnete Schau beleuchtet anhand von mehr als 900 Objekten die Rolle der Medien in Deutschland seit 1945. Dargestellt werden dabei die jeweilige Entwicklung in der Bundesrepublik und der DDR. Auch die aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung werden thematisiert. Gegenübergestellt werden dabei die Pressefreiheit, politische Interessen und die Meinungsmacht der sogenannten vierten Gewalt im Staat.

Öffnungszeiten: Dienstag-Freitag, 9-18 Uhr, Samstag/Sonntag 10-18 Uhr, Eintritt frei

Matthias Roth

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