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Der erste Tanz - Lofft und Theater der jungen Welt kooperieren

Der erste Tanz - Lofft und Theater der jungen Welt kooperieren

Wege gibt es in der Sportart Parkour keine. Oder besser: überall. Die Läufer bewegen sich durch den urbanen Raum und überwinden Geländer, Mauern, Baugerüste.

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Tänzer und ein Parkourläufer suchen die Balance.

Quelle: Lofft

Leipzig. Sie verbinden Körperbeherrschung mit Kreativität. "Es geht darum, den straightesten Weg zu finden", erklärt Winnie Karnofka, Dramaturgin des Tanztheater-Stücks "Schräge Wege - Stadt Tanz Parkour", das heute als erste Koproduktion von Theater der Jungen Welt (TdJW) und Lofft im Theaterhaus am Lindenauer Markt Premiere feiert.

Der Parkourläufer Gábor Kohajda trifft dabei auf vier Tänzer (Juliane Bauer, Wagner Moreira, Verena Wilhelm und Maria Zimmermann) der tanzLOOPSkompanie. Um Balance wird es gehen, erklärt Karnofka - "auch im übertragenen Sinne um die geistige Balance". Oder die Balance innerhalb eines Gruppengefüges. Das Assoziationsfeld ist offen, die Bühne setzt das Thema mit schräger Rampe als physische Anforderung an die Darsteller fort. Konzept und Choreografie stammen von Jana Ressel, die am Lofft bereits "Ein wenig über der Erde" inszenierte und an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater Bühnentanz und Bewegung unterrichtet. Die erste Konfrontation des Probenbetriebs mit Schülern gab es schon. "Es waren die abstraktesten Stellen und die Schüler fanden das gut", sagt Karnofka.

Jana Ressel hat sich mit dem Konzept beim Lofft beworben. In Kooperation mit dem TdJW kommt es jetzt auf die Bühne. Die Diskussion, dass sich das Stadttheater der freien Szene öffnen muss, wird nicht nur in Leipzig schon seit ein paar Jahren geführt. In manchen Städten sei man auch schon weiter, sagt Lofft-Leiter Dirk Förster. Die beiden Theater in Lindenau lassen sich jetzt auf das Risiko ein. Als "reale Koproduktion", wie TdJW-Intendant Jürgen Zielinski betont, "da wird nicht nur ein Name darüber gesetzt". Die Regisseurin aus der freien Szene trifft auf die Dramaturgin des städtischen Theaters. Auch sonst herrscht Arbeitsteilung. Beispiel: Die Beleuchtung übernimmt das Lofft, die Kostüme kommen vom TdJW. Es geht um kreative Reibung durch die Personenkonstellation und um Synergien. "Die sollten wir nutzen, wenn wir uns schon verehelichen", sagt Zielinski und spielt auf das Lofft als Dauer-Untermieter im TdJW an.

Und es gibt Gründe, den Schulterschluss gerade bei dieser Produktion zu suchen. Das Stück mit seiner Verankerung in der sozialen Realität von Jugendlichen will auch ein jüngeres Publikum (ab 14 Jahren) erreichen. "Da liegt es nahe, mit jemandem zu arbeiten, der eine theaterpädagogische Begleitung stellen kann", sagt Förster. Auf der anderen Seite profitiert das Theater der Jungen Welt, auch wenn dort bereits Tanztheaterproduktionen gestemmt wurden, von der Erfahrung des Loffts mit der entsprechenden Bühnensprache. Schließlich ist es erklärtes Ziel des Jugendtheaters, sein Publikum mit neuen Ästhetiken zu konfrontieren.

Für das Lofft liegen die Vorteile der Produktion unter professionelleren Bedingungen auf der Hand. "Wir können unseren Produktionen selten genügend Probezeit zur Verfügung stellen", sagt Förster. Eine Probenbühne fehlt. Oder man spart ganze Positionen wie Dramaturgie oder Bühnenbau ein. Förster: "Die reduzierte Bühne hat oft finanzielle Gründe."

Im Gegensatz zu den Parkourläufern, die den direkten Weg suchen, haben sich die seit 1999 unter einem Dach befindlichen Einrichtungen Zeit gelassen für eine Koproduktion. Allerdings sind regelmäßige Treffen, die den Weg geebnet haben, lang etabliert. Zielinski verweist auf das gewachsene Vertrauen. Grenzen will er weiter einreißen: "Ich habe auch durchgeboxt, dass es ein Fenster für die freie Szene beim Sächsischen Theatertreffen 2014 gibt."

Premiere: heute, 20 Uhr, Lofft Saal; auch Freitag und Samstag 11 und 20 Uhr, Sonntag 11 und 18 Uhr; www.tdjw.de; www.lofft.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.12.2013

Dimo Rieß

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